Montag, 11. August 2008

Mein neues Fahrrad

Vieles habe ich zu berichten versäumt in den letzten Wochen. So wisst Ihr nicht, dass ich an Fronleichnam in Berlin als Ministrantin bei der zentralen Bistumsprozession teilgenommen habe, und auch nicht, dass ich danach nicht mehr nach Hause kam, weil der letzte Zug nach Frankfurt (Ost) kurz nach 10 fuhr und ich den verpasst habe. Ihr habt auch nicht erfahren, dass ich zu einem Familientreffen in Nordfriesland war. Und auch weiß bis heute keiner, dass ich ebendort von meiner Tante ein Fahrrad geschenkt bekam, das sie nicht mehr braucht und das ich dann mit dem Zug heimgebracht habe. Es erfreut sich jetzt reger Reparaturaktivitäten und wird ebensoviel ausgeritten.



Hier seht Ihr es, mein neues Fahrrad, auf dem Bahnsteig von Berlin Hbf. Als ich abends - bereits damals durch schon zwei Wochen anhaltende Krankheit geschwächt - nach einem Umsteigemarathon durch überfüllte Züge in meiner geliebten Wahlheimatstadt angekommen war, war ich soooo fertig. Da dachte ich mir: "Wofür hast Du ein Fahrrad? Setz Dich drauf und roll schön ohne Anstrengung bergab nach Hause." Diese nette Vorstellung währte 200 Meter, bis mir jemand nachrief: "Mach doch mal Dein Rücklicht an!"
Zu dumm: Das Rücklicht, das mein Onkel vormittags noch kontrolliert hatte, muss wohl irgendwo einen Stoß mitgekriegt haben und wollte nicht mehr leuchten. So musste ich über Wochen auf Fahrten im Dunkeln verzichten (oder auf den Fußwegen fahren, was hierorts fast überall erlaubt ist, glücklicherweise). Auch meine "Selbst-ist-die-Frau"-Allüren wurden enttäuscht: Ich kriegte es nicht wieder hin. Kaufte ich extra Schraubendreher und Ersatzbirnchen, half dies nicht. Überprüfte ich die Kontakte, war alles bestens. Selbst am Dynamo konnte es nicht liegen, denn schließlich funktionierte das Vorderlicht hervorragend. Aber das Rücklicht wollte dennoch nicht leuchten. Mein Fahrrad wollte nicht verkehrssicher werden. (Ein seltsames Analogon zu meinem eigenen körperlichen Zustand, möchte ich meinen.) Naja, männlicher Beistand brachte es an diesem Wochenende dann doch in Ordnung. Was es war? Keiner weiß es. Plötzlich ging's. Aber mir soll's recht sein.

So setzte ich mich heute abend aufs Fahrrad und fuhr ein wenig aus der Stadt hinaus, durch die malerischen Oderwiesen. Der Stadtplan verrät mir auch, dass ich auf dem Weg Richtung Süden die kurvige und für Radfahrer sehr gefährliche Steigung vor Lossow ebenfalls durch die Oderwiesen umfahren kann. Und irgendwann werd ich das auch tun - wenn ich mal irgendwann so weit bin, dass ich es auf dem Fahrrad nach Neuzelle schaffe. Aber vorher werd ich erstmal gesund.

2 Kommentare:

dilettantus in interrete hat gesagt…

Technik macht bei uns immer meine Frau!

Amica hat gesagt…

Ich hab ja keinen Mann, der das schlechter können könnte als ich. Bei mir mach ich alles.