Posts mit dem Label Studentengemeinde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Studentengemeinde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 10. September 2009

Werbung

Unsere katholische Studentengruppe ist klein, und immer wieder brauchen wir neue Mitstreiter, damit sie bestehen bleibt. Und wie erreicht man die? Mit Werbung! Da das vorhandene Material nicht mehr auf große Zustimmung stieß, habe ich mich mal drangesetzt und einen neuen Entwurf gemacht - mal sehen, ob wir den wohl drucken lassen ...



Gefällt es Euch? (Man könnte jetzt sagen, dass die Bilder die Mitte unseres Glaubens nicht rüberbringen. Das liegt einfach dran, dass irgendwie noch nie einer auf die Idee gekommen ist, während unserer Gottesdienste zu fotografieren. Uns fehlt da das Bildmaterial.)

Dienstag, 8. September 2009

ohne mich ...

Irgendwie bin ich echt talentiert. Ich kann richtig gut fangen; insbesondere, wenn es um Viren geht, bin ich zurzeit ganz vorne dabei. Ich krieg sie alle. Jetzt habe ich schon wieder eine ordentliche Erkältung, und das gerade mal sechs Wochen vor dem Examen - wie ärgerlich! Außerdem muss heute abend die Planung des neuen Semesterprogramms für mich ausfallen. Ich hoffte ja vor gut zwei Jahren, dass es nun endlich genug sei den ständigen Abschieden der Studentenseelsorger, aber daran ging nur eines in Erfüllung: dass sich der letzte nicht einmal verabschiedet hat. Na, so war das eigentlich nicht gemeint ...

Jedenfalls haben wir jetzt wieder einen neuen, den sechsten in meinen sechs Jahren Studentinnendasein, und der geht mit viel Elan und anscheinend einem ganz anderen Stil an die Sache dran. Heute aber ohne mich ... meine Gesundheit ist - zum einen ganz generell und zum zweiten erst recht so kurz vor den Prüfungen - definitiv wichtiger, und in sechs Monaten müssen sie dann sowieso ohne mich klarkommen, dann können sie's ja jetzt schon mal üben. Auch wenn Scheiden bekanntlich wehtut.

Mittwoch, 13. Mai 2009

To whom it may concern

Aus gegebenem Anlass: Nein, ich werde an dieser Stelle jetzt nicht über den gestrigen Hondurasvortrag bei der Studentengemeinde berichten. Wer etwas über unseren Kaplan und seine Tätigkeit als Studentenseelsorger oder über den Sozius unseres Kaplans erfahren möchte, der kann dies - wenn er denn schon der selben Gemeinschaft (oder sollte ich sagen: demselben Weg?) angehört - sicher besser durch persönliche Nachfrage selbst erledigen.

Freitag, 31. Oktober 2008

Studentengemeinde im November

Dienstag 4. November (Philipp-Neri-Kapelle)
19:30 Uhr Heilige Messe
Anschl.: Themenabend: Marienerscheinungen

Marienerscheinungen gab es schon über Jahrhunderte hinweg. Ab dem 19. Jh. häuften sie sich. Berühmte Orte sind Lourdes und Fatima. Nicht anerkannt sind z.B. Heroldsbach und Medjugorje. Was ist dran an Visionen oder Auditionen? Welche Kriterien gelten für die kirchliche Anerkennung von Marienerscheinungen? Das wollen wir an diesem Abend gemeinsam betrachten.

Dienstag 11. November (Philipp-Neri-Kapelle)
19:30 Uhr Rosenkranzgebet
Anschl.: Spieleabend

Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt. (Friedrich Schiller)

Dienstag 18. November (Philipp-Neri-Kapelle)
19:30 Uhr Hl. Messe im byzantinischen Ritus
Anschl.: Die ukrainische griechisch-katholische Kirche

Wenn wir katholisch hören, denken wir meist automatisch „römisch-katholisch“. Die katholische Kirche hat aber noch andere Facetten. Wir erfahren an diesem Abend etwas über die mit Rom unierte ukrainische griechisch-katholische Kirche. Wir haben dazu den ukrainischen Priester Sergiy Dankiv aus Berlin zu Gast.

Dienstag 25. November (Philipp-Neri-Kapelle)
19:30 Uhr Eucharistische Anbetung
Anschl.: Lebensmotive bei Rembrandt und deren Verwandlung

Rembrandt hat uns mehrere Selbstbildnisse hinterlassen, in denen er sein gesamtes Leben und seine eigene Entwicklung dokumentiert hat. Frau Silvia Scheffler untersucht für uns seine seelischen Wandlungen im Leben. Frau Scheffler kennen wir bereits aus dem WS 2007/2008, als sie über den Jakobsweg referierte.

Freitag, 17. Oktober 2008

Was geschehen ist, wird wieder geschehen.

Wieder zurück vom Bibelabend. Ökumenische Studenten. Wir haben das erste Kapitel von Kohelet gelesen. Irgendwie konnten wir uns nicht entscheiden, ob der Text jetzt depressiv gemeint ist oder nicht. Man kann die Verse meist so auslegen, dass sie tröstlich sind. Oder so, dass sie trostlos machen. Wenn es heißt "was man getan hat, wird man wieder tun", so kann sich das auf Angenehmes beziehen oder zB auf Sünden, die man loszuwerden versucht. "Es gibt nichts neues unter der Sonne", kann heißen: Ich kann mich mühen wie ich will, es wird eh nie etwas bringen, oder: Es ist im großen Kontext gesehen alles nicht so dramatisch, wie es dir erscheint. Ich glaub, dieser Text wird für mich immer ein Rätsel bleiben.

Einmal konnte ich so richtig überraschen. Als ich fragte: "Wie steht denn der Vers in der Lutherübersetzung?" Da staunten sie: "Und das von dir?" Ich bin halt bekannt als schlechte Ökumenikerin.

Als Fazit hielten wir fest: Was geschehen ist, wird wieder geschehen. Die Erde steht in Ewigkeit.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Neues Spiel, neues Glück ...

... oder auch: Neues Semester, neues Semesterprogramm, neuer Begleittext.

Das Wort „katholisch“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „allumfassend“.
Dass dieses Wort auf unsere Kirche zutrifft, sehen wir katholischen Studenten in Frankfurt (Oder), ohne weit reisen zu müssen. Die Weltkirche kommt nämlich zu uns. Jedes Semester kann man bei uns Studenten aus vielen Nationen kennenlernen. Wir kommen zusammen, um Gottesdienst zu feiern und Sakramente zu empfangen. Das ist katholisch.
Katholisch ist aber auch, was wir sonst noch gemeinsam tun: Wir beten zusammen und essen und trinken und feiern, lernen über unseren Glauben und unsere Kirche Neues und vertiefen Altes; wir spielen, singen, schauen Filme an, gehen auf Reisen, lesen in der Bibel, unterhalten uns. Und wir haben Freunde, die mehr sind als Freunde – nämlich Brüder und Schwestern. Das ist katholisch.
Hast Du Lust, auch dabei zu sein? Dann komm einfach zu unseren Treffen: Jeden Dienstag abend in der Vorlesungszeit um 19:30 Uhr in der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Kreuz. Das ist katholisch.


Und die Oktobertermine:

Mittwoch 15. Oktober (Friedenskirche)
19.30 Uhr Ökumenischer Semestereröffnungsgottesdienst
Das Semester beginnt wie immer mit einem ökumenischen Gottesdienst. Diesmal feiern wir ihn als Nacht der Lichter, wie in Taizé. Danach geht es weiter bei gemeinsamem Essen und Trinken.

Dienstag 28.10. (Hl.-Kreuz-Pfarrkirche)
19:30 Uhr Andacht
Anschl.: Bibelabend mit der ÖSAF

Donnerstag, 24. April 2008

Du denkst, Du bist nicht berufen? II

Ab und zu gibt es in meinem Blog Kommentare, die ich so ausführlich beantworten möchte, dass sich dafür ein eigener Artikel lohnt. Hier ist einer davon:

Im letzten Jahr hast Du in einem Kommentar angekündigt oder zumindest die Option offen gehalten, dass Du auf das Buch von Veronika Peters " Was in zwei Koffer passt" noch einmal etwas schreiben würdest, hast aber schon vorweg genommen, dass Dir ihre Motivation zweifelhaft vorkommt. Leider ist es bis heute nicht dazu gekommen. Ich selbst empfinde es immer schwierig, über Berufungen anderer Menschen zu befinden oder gar zu urteilen, denn diese ist sicher für jeden Einzelnen selbst eine Gnade, ein Geschenk, die er selbst kaum zu fassen vermag. Für mich ist es daher kaum vorstellbar, wie man dieses höchstsensible Thema u.a. am Flipchart abhandeln kann. Für eine genauere Erläuterung wäre ich Dir daher sehr dankbar! Herberta

Hallo Herberta,
ja, es stimmt, Veronika Peters ist mir irgendwie durch die Lappen gegangen. Das hängt unter anderem mit persönlichen Schwierigkeiten, Dürrephasen, Durchhängern, Dunkelheiten - wie man es auch immer bezeichnen will - zusammen, die mich etwas gefangen genommen haben. Da es nun aber schon eine Weile her ist, dass ich das Buch gelesen habe, und es 480 km von mir entfernt auf einer Kommode liegt und ich nicht eben nochmal nachlesen kann, werde ich auch in den nächsten Tagen und Wochen das Versäumte sicher nicht nachholen. Zur Motivation von Frau Peters spontan nur soviel: Sie beschreibt ja relativ genau die Gründe, die sie zum Eintritt bewegt haben. Insofern habe ich natürlich auch einen gewissen Einblick in das Innere der Protagonistin, wobei ich auf bewusste Abwandelungen der Geschichte zu Anonymitätszwecken o.ä. selbstverständlich nicht eingehen kann. Aber was sie beschrieb, klang für mich sehr deutlich nach einem: Weltflucht. Und gerade Weltflucht sollte keine Motivation sein, in einen Orden einzutreten, denn sie ist gerade das Gegenteil von "einer Berufung folgen": Davonlaufen.

Nun aber zum anderen Punkt. Ich habe überhaupt nichts am Flipchart "abgehandelt"; so eine abwertende Behauptung darf ich mir von jemandem, der nicht dabei war, dann doch verbitten. Aber es war ein Informationsabend über Berufungen, an dem ich im wesentlichen auf drei Punkte eingegangen bin:
1. Was ist eine Berufung?
2. Welche Arten von Berufung gibt es?
3. Wie erkenne ich eine Berufung?
Zumindest für die ersten beiden Punkte war es sehr hilfreich, einfach als Gedächtnisstütze für die Zuhörer ein paar Symbole und Schlagwörter durch Pfeile miteinander zu verknüpfen. Ich habe nicht den Anspruch an mich gestellt, innerhalb von eineinhalb Stunden meine Zuhörer zur Erkenntnis ihrer Berufung zu führen - das wäre lächerlich. Ich wollte lediglich ein paar Denkansätze geben und strukturelle Informationen vermitteln. Im dritten Punkt gab es dann ein paar Starthilfen für die persönliche Suche. Die jedoch muss dann im einzelnen woanders stattfinden, ich kann sie niemandem abnehmen. Aber sensibilisieren für das Thema konnte ich, und die Zuhörer zeigten mit ihren Reaktionen, dass ich da einem vorhandenen Bedürfnis entgegegengekommen bin.

Mittwoch, 23. April 2008

Du denkst, Du bist nicht berufen?

Ein kleines Debüt hatte ich gestern abend: Zum ersten Mal habe ich vor unserer Studentengemeinde einen kleinen Vortrag gehalten über ein mir fachfremdes Thema. Es ging um Berufungen. Aufgrund persönlicher Umstände ergab es sich, dass ich dort stand mit eineinhalb Seiten ausformuliertem Text und einem leeren Flipchart, ohne eine Ahnung, was ich darauf schreiben sollte. Ich ging eigentlich davon aus, nach zehn bis zwanzig Minuten fertig zu sein.
Pustekuchen.
Nachdem wir zuvor in diesem Anliegen (im Rahmen der Aktion "Vierzig Tage") schon eine Stunde Anbetung gehalten hatten, waren meine Zuhörer sehr interessiert am Thema der Berufungen. Und in unserem kleinen und doch recht vertrauten Kreis (sechs Studenten außer mir und unser Kaplan) waren Zwischenfragen und Ergänzungen völlig unproblematisch möglich. So wurde ich fast nach jedem zweiten Satz unterbrochen, entwickelte zwischendurch noch spontan ein Tafelbild, das mir am Ende sogar ganz brauchbar schien, und der Vortrag weitete sich auf fast eineinhalb Stunden aus. Highlights für mich waren die Möglichkeit, die Aussage einer Freundin zu widerlegen, sie sei zu nichts berufen (stimmt nicht: zB zur Liebe, zu Heiligkeit und auch zum Frausein ist sie ganz bestimmt berufen - und den Rest kann man ja auch noch erforschen), die kleinen persönlichen Zeugnisse unseres Kaplans zwischendurch und auch das abschließende gemeinsame Gebet um die Erkenntnis unserer jeweils persönlichen Berufung. Und die Frage, wo man denn mehr zu diesem Thema erfahren könnte - aus Büchern oder im Internet. Klasse.

Freitag, 18. April 2008

do Poznania

Und schon wieder muss ich mich von meinen Lesern verabschieden, aber diesmal nur kurz. Übers Wochenende fahren wir Studenten - wie gehabt - ökumenisch und international nach Poznań (Posen). Ich freue mich schon sehr auf diese Fahrt, denn obwohl die Fahrtzeit selbst mit der Bummelbahn nur drei Stunden beträgt, war ich dort seit meinem dreiwöchigen Sprachkursaufenthalt zu Beginn meines Gastschuljahres nicht mehr. Das wiederum ist mittlerweile beinahe acht Jahre her, und so bin ich sehr gespannt auf alte neue Eindrücke aus dieser Stadt. Und natürlich werden wir auch am morgen stattfindenden Taizé-Treffen teilnehmen.

(Bild: Rathaus von Poznań aus der Wikipedia)

Mittwoch, 14. November 2007

begeisternder Bußgottesdienst

Ich muss schon irgendwie ein bisschen komisch sein im Kopf: Jetzt stehe ich mitten in der Nacht auf, die sowieso schon kurz genug ist, da ich erst gegen 0:15 Uhr zuhause war und um 7:45 beim Zahnarzt sein "darf" zur Wurzelbehandlung, und habe nichts besseres zu tun als zu bloggen. Aber es ist nunmal so, dass ich mich so freue, dass ich das einfach nicht für mich behalten kann.
Gestern war ja nun bei der Studentengemeinde der schon angekündigte Bußgottesdienst. Wir trafen uns gegen acht abends, es war eine ordentliche Hand voll Studenten gekommen (mehr als wir uns in den letzten Semestern hätten träumen lassen) und zwei Priester. Eigentlich völlig überkandidelt, zwei Priester für so 'n paar Männekens, aber in diesem Fall durchaus sinnvoll. Es begann mit einem Wortgottesdienst, den unser Kaplan und Studentenseelsorger vorbereitet hatte. Gleich zu Beginn der Kyrie-Ruf, dann eine Einführung, ein Lied, Einführung zur Lesung, eine Lesung (Josua 7 - Die Sünde Achans und die Niederlage bei Ai), ein Lied, Einführung zur Lesung, eine Lesung (Jesaja 1 - Wascht euch, reinigt euch ...), ein Lied, Einführung zur Lesung, eine Lesung (Epheser 4 - Die Kirche als der eine Leib Christi), ein Lied, Evangelium (Lukas 17 - Die Heilung der zehn Aussätzigen), eine kurze Homilie, ein Auszug aus der Enzyklika "Evangelium Vitae", Fürbitten, Vaterunser, Gebet ... Dann: Gelegenheit zur Einzelbeichte, beim Studentenseelsorger oder beim fremden Beichtvater. Jeder, der wollte. Der Wortgottesdienst hatte etwa eine Stunde gedauert. Positiv zu vermerken ist: Allen voran beichtete der Priester. Das war glaube ich für einige sehr wichtig. Wer fertig war, kam in die Kapelle zurück zum Dankgebet, zur Verrichtung der Buße, zum gemeinsamen Rosenkranzgebet (letzteres passierte eher spontan, war aber ziemlich gut). Die Beichtzeit dauerte auch nochmal etwa eine Stunde. Man merkte einzelnen sehr ihr Befreitsein an. Als sich alle wiedertrafen und nach einer kurzen stillen Zeit dann im Wechsel zwischen Priestern und "Volk" das Magnificat gesungen wurde, merkte man, wie sehr sich die Stimmung gelöst hatte. Vor und in dem Wortgottesdienst war alles sehr angespannt, jeder eher in sich gekehrt. Nun war es mehr eine überschwängliche Freude. Das Schlusslied wurde kurzerhand umgeändert in "Großer Gott, wir loben Dich" (keine Ahnung, was ursprünglich geplant war), und wir sangen auch nach dem Auszug der Priester noch einige Strophen weiter. Dazu muss man sagen, dass das wirklich ein kleines Wunder ist, denn unsere Studentengemeinde singt traditionell denkbar schlecht. Aber es war kein Problem, wir sangen laut und froh und dankbar solange wir konnten. Und zum heimlichen Wahlspruch unserer Studentengemeinde passte es auch: "Wer singt, betet doppelt - wer falsch singt, betet dreifach." Gestern habe ich das erste Mal verstanden: Wenn man so hemmungslos falsch singt, weil die Emotionen so stark sind, in unserem Fall die Freude über die erfahrene Vergebung, dann ist das Gebet in der Tat stärker. (Das heißt ja nicht, dass diejenigen, die singen können, auch falsch singen müssen.)
Anschließend - es war schon deutlich spät - trafen wir uns zur Agape-Feier mit belegten Brötchen und Wein. Manches fehlte, manches wurde improvisiert (Butter vergessen? Macht nichts, wir haben ja Kräuterfrischkäse), manches war einfach klasse (zum Beispiel das mitgebrachte Dessert unserer Nachtischspezialistin). Aber am wichtigsten war, dass es wirklich ein freudiges, ein Liebes-Mahl war. Voller Dankbarkeit und Lobpreis, voller Lachen und Scherzen und Gespräch; nur leider auch irgendwann zuende. Weil ja jeder am Mittwoch wieder aufstehen muss. Wir wetteiferten noch, wer denn den schlimmsten Mittwoch Morgen hat - ich glaube, ich teile mir den ersten Platz mit einer anderen. (Bei mir: Wurzelbehandlung um 7:45 Uhr, wie gesagt, bei ihr: Regale einräumen im Kaufhaus ab 5:30 Uhr) Der Heimweg war noch fröhlich, denn wir gingen zusammen, soweit es eben ging. Und dann verschwanden sicher alle bald im Bett.
Ich hab viel wach gelegen, obwohl ich eigentlich schon vor Beginn des Studentenabends gestern supermüde war. Und eigentlich müsste ich jetzt herumhängen wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Aber das tu ich nicht. Mein Kopf dröhnt ein bisschen, aber es geht mir gut! Danke, lieber Gott! Gott, Du bist so groß, so toll, ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll ...

Mittwoch, 7. November 2007

So ist Versöhnung.

Rückblende:
4.9.2007 - Vier Studenten und ein Priester sitzen im dritten Stock der Franz-Mehring-Str. 4, 15230 Frankfurt (Oder) in einer ziemlich hässlichen, aber urst bequemen braunen Leder-Wohnzimmergarnitur und unterhalten sich über den Verlauf des nächsten halben Jahres. Eine Blonde mit Ringellocken fragt: "Können wir nicht auch mal über die Beichte sprechen?" Das Gesicht des Priesters beginnt zu leuchten.

Zurück in der Gegenwart (bzw. fast in der Gegenwart):
6.11.2007
Die bereits bekannten vier Studenten sitzen mit drei weiteren und demselben Priester in der "Bibliothek" der kath. Pfarrgemeinde Hl. Kreuz in Frankfurt (Oder). Ein Flipchart steht bereit. Darauf stehen Begriffe wie "Reue", "Neuanfang", "Umkehr". Es ist mehr eine Erstbeichtkatechese auf Erwachsenenniveau, anders als man bei der Lektüre des Semesterprogramms erwarten könnte. "Dogmatische Beichtvorbereitung" steht dort, aber man muss sich ja den Realitäten anpassen. Über die Hälfte weiß gar nicht sicher, wozu das gut ist - Beichten. Auch kann man auf dem Flipchart lesen: "1 v 7 Sakr: T, F, E, B, KS, E, PW". Immer wieder hört man Kichern, immer wieder wandert eine Tüte Goldbären von einem zum anderen. Der Priester redet schnell, verspricht sich oft, unterbricht sich selbst, aber er glüht vor Eifer, und die Studenten unterbrechen ihn ebenfalls, stellen Fragen, teilen ihr Vorwissen miteinander. Zwischendurch immer mal wieder einzelne Wörter oder Sätze auf Spanisch oder Englisch, damit auch unsere Erasmus-Studentin halbwegs folgen kann. Aber sie kennt sich eh ziemlich gut aus in diesem Bereich. Der Priester schnappt sich in einer kurzen Atempause auch mal die Tüte und klaut sich sein erstes Gummibärchen: "Ich liebe Haribo." Immer wieder die eine Frage: "Warum soll ich das eigentlich einem Priester erzählen? Kann ich nicht in den Wald gehen, um mit Gott zu reden? Und Gott weiß doch eh, was ich mache - warum muss ich das nochmal beichten?" Geduldige Antwortversuche. Studenten können hartnäckig sein, geben sich nicht schnell zufrieden. Die Beichte sei die conditio sine qua non für die Vergebung schwerer Sünden. Aufstöhnen unter den Jurastudentinnen. Nein, wir wollen hier keine uns bekannten Fachbegriffe aus dem Strafrecht. So geht es noch ziemlich lange weiter. Reihum wird dann ein Beichtspiegel vorgelesen: "Habe ich meinen Eltern gehorcht?" "Bin ich dankbar für die Möglichkeit zur Schule zu gehen/zu studieren?" Gekicher. Und am Ende wird diskutiert: Was passiert nächste Woche? Wer bringt was zu essen mit? Können wir uns noch überlegen, ob wir wirklich beichten wollen? Beichtstuhl (Nachteil: müffelt) oder ein Zimmer (Nachteil: Anonymität geht verloren)? Wie läuft so ein Bußgottesdienst ab? Wer kauft Getränke für die anschließende Agape? Und: Wird das aus der Studentenkasse bezahlt? Der Priester gähnt und schließt kurz die Augen. Schnell wird der Rest geklärt, nebenbei auch mal wieder unsere soziale Plätzchenbackaktion vor Weihnachten durchgesprochen, dann noch eben zuende aufgeräumt, und dann sind die meisten auch schon weg in Richtung warmes Bett.

Und jetzt wirklich Gegenwart:
Ich sitze am Schreibtisch. Nichts ist so langweilig wie das allgemeine Verwaltungsrecht, aber für die Privat-AG am Freitag muss ich noch ca. 50 Seiten durcharbeiten. Da summe ich plötzlich und ohne es eigentlich zu wollen den Ohrwurm, den ich seit gestern spätabends habe: "... wie ein unverhoffter Gruß, wie ein Blatt an toten Zweigen, ein 'Ich-mag-dich-trotzdem-Kuss'". So ist Versöhnung ..."

NB: Vorhin konnte ich mich nicht überwinden, diesen Artikel zu schreiben. Jetzt schon. Danke.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

das erste Abendmahl

Wie ich bereits ankündigte, haben wir zu Beginn dieses Semesters - mal wieder - einen neuen Studentenseelsorger, H, bekommen. Gestern nun war unser Auftakttreffen als Studentengemeinde im neuen Semester. Wir begannen wie immer um 20 Uhr mit der Heiligen Messe, die diesmal in besonderer Weise durch einen Einzelsegen zum Semesterbeginn geprägt war. Irgendwie fand ich das schön - in meiner Heimatgemeinde bekamen immer zu jedem neuen Schuljahr alle Schüler den Segen, nicht nur die Schulanfänger, und ich habe es zu schätzen gelernt, den jeweils neuen Abschnitt auch in dieser Weise mit Gott zu beginnen. Auf die Idee, das im Studium fortzuführen, wär ich aber nicht gekommen. Das war eine richtig gute Idee vom H.
Nach der Messe ging es dann weiter mit unserem Semestereröffnungsabend: Wir acht Studenten saßen bei H im Wohnzimmer zusammen und ließen uns mit Pasta und rotem Pesto bewirten. War toll! Dazu gab's süffigen Wein und ein wirklich nettes, lebhaftes Gespräch. Gegen halb elf begannen wir den Abwasch, an dem sich auch alle beteiligten - die Küche war für so viele zwar nicht gerade groß genug, aber das ist ja nicht so schlimm - und danach ging's dann in kleinen Weggemeinschaften nach Hause. Beten wir, dass wir auch weiterhin so eine respektable Zahl an Teilnehmern haben werden und dass sich eventuell noch weitere Studenten zu uns gesellen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern!
Nächste Woche: Rosenkranz zum Ende des Oktobers, anschließend passend zum Vorabend des Reformationstags der Film "Luther" mitsamt kritischem Gespräch.

Montag, 20. August 2007

Oops! I did it again ...

Und ich tu's doch wieder. Ja, unkt nur herum; ich weiß, dass ich das Gegenteil angekündigt hatte. Keinen Finger wollte ich mehr krumm machen. Und nun das: Demnächst werde ich mich zusammen mit unserem neuen Kaplan und mindestens einer weiteren Studentin (der C.) zusammen hinsetzen, um das neue Semesterprogramm zu entwerfen für die Studentengemeinde, die offiziell keine ist. Was sollte ich denn auch machen? Die beiden da alleine sitzen lassen? Geht ja nicht ... Aber ich werde versuchen, mich weitestgehend zurückzuhalten. Ideen hab ich eh nicht mehr, die sind alle ins letzte Programm geflossen. Ich werde gönnerhaft in die kleine Runde blicken und durch körperliche Anwesenheit glänzen. Und alle halbe Stunde sag ich mal einen Satz. Falls ich gerade Lust habe. Und das ganze Semester durch tu ich gar nichts. Niente. Nada. Nic. Mache keinen Finger krumm. Aber diesmal wirklich.

(Ob das wohl klappt?)

Ceterum censeo: Noch 6 Tage 7 Nächte bis zum Weltuntergang. Von wegen "weder Tag noch Stunde".

Mittwoch, 11. Juli 2007

Ich hasse Abschiede.

Es gibt nur noch wenige Gelegenheiten, zu denen bei mir ein Satz mit "ich hasse" beginnt - das habe ich mir abgewöhnt, denn meistens ist dieses Wort viel zu stark. Aber ich hasse Abschiede wirklich. So mühe ich mich oft, dass Abschiede von Personen, die mir wichtig sind, keine dauerhaften werden. Manchmal klappt es, manchmal nicht, und es hängt ja auch nicht von mir allein ab.

Irgendwie wird es aber jetzt schon fast zur Tradition, dass wir Frankfurter Studenten uns mit dem Wechsel vom Winter- aufs Sommersemester von einem Studentenseelsorger verabschieden müssen. Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, wann es war, dass T ging; er war Pastoralreferent und hatte dann, als ich an der Uni anfing, auch die Studentenseelsorge und die Krankenhausseelsorge übertragen bekommen. Ging er dann vor genau drei Jahren, das wäre nach meinem zweiten Semester gewesen, oder ging er schon ein Semester früher? Naja, zu T hatte ich auch nicht diesen richtig persönlichen Kontakt; damals war ich eh nicht wirklich der Ansicht, einen Seelsorger zu brauchen.

Das änderte sich aber in meinem zweiten Jahr an der Uni, und so war ich traurig, als vor zwei Jahren (praktisch zwischen meinem 4. und dem 5. Semester) G wegversetzt wurde. Er war ein polnischer Priester, der in Frankfurts Bruderstadt Słubice Studentenpfarrer war, aber auch auf unserer Seite der Oder mit in der Hochschulseelsorge aktiv war. G hatte, obwohl er nun wirklich mit mehreren Tätigkeiten in verschiedenen Städten mehr als nur ausgelastet war, immer und jederzeit einen Riecher dafür, wie es den Studenten ging. Und er fragte, wenn einer traurig guckte. Unermüdlich setzte er sich dafür ein, dass wir trotz unserer manchmal harten Studienabläufe ein wenig Ruhe in der Studentengemeinde bekamen und wenigstens eine gute Betreuung, ein tröstendes Wort, einen verständnisvollen Zuhörer. Auch für mich persönlich war er immer da, ich musste ihn nicht einmal ansprechen, denn er war es, der mich ansprach, wenn etwas nicht stimmte. G ziehen zu lassen, das schmerzte mich.

Vor einem Jahr, nach meinem 6. Semester, ging dann M Er ist nach Berlin versetzt worden, ins Erzbischöfliche Ordinariat, wo er einen nicht geringen Teil seiner Zeit hinter einem Schreibtisch verbringen darf. Als Priester ist er wohl derjenige, der mich am meisten geformt und geprägt hat, und der das auch heute noch fortsetzt. Insofern will ich über M auch am wenigsten schreiben. Nur, dass er halt durch seine Art, sowohl seinen Glauben zu bekennen als auch insbesondere die Messe zu feiern, mich tief beeindruckt hat und immer noch immer wieder beeindruckt.

Ja, und jetzt, zu Ende meines 8. Semesters ... Gestern verabschiedeten wir Studenten J - mit Kuchen, Tiramisu und Fotos. Dieser Abschied ist nochmal was anderes, denn J geht komplett auf eigenen Wunsch, um sich einer Ordensgemeinschaft anzuschließen. Insofern weiß ich, dass er zumindest dort, wo er hingeht, gut aufgehoben ist, und das gibt der Sache einen anderen Touch. Nichtsdestowenigertrotz reißt es in unsere Studentengruppe ein nicht unwesentliches Loch, wenn er jetzt nicht mehr hier ist. Auch mich persönlich trifft sein Weggang. Denn ich war im letzten Jahr in die Organisation unserer Studentengemeinde stärker eingebunden als je zuvor, und dementsprechend intensiv war auch der Kontakt zu J, der zusätzlich zur Seelsorge eben auch noch einen starken Zusammenarbeitscharakter aufwies. Dabei haben wir uns nicht selten auch aneinander gerieben, denn auch Enttäuschungen und Missverständnisse blieben manchmal nicht aus. Aber wir konnten immer auf ehrliche Weise miteinander sprechen, ohne verletzend zu werden - was, wie ich sehr genau weiß, auch im kirchlichen Bereich nicht selbstverständlich ist - und haben durch die gemeinsame Lösung von Problemen sicher auch einiges an verbindenden Erinnerungen. Dazu kommt, dass J in mancher Hinsicht meine spezielle Situation nicht nur verstehen kann, sondern sie auch aus eigener Erfahrung kennt. Das war auch ganz cool, denn vieles musste eben nicht extra groß und ausschweifend erklärt werden, sondern es reichte ein einziges Wort. So lasse ich J mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen, wenn er Ende dieser Woche auch aus der Gemeide Heilig Kreuz verabschiedet wird - mit der Aussicht, ihn in 7 1/2 Wochen bereits zu besuchen in seinem Kloster und der Hoffnung, auch danach den Kontakt nicht zu verlieren.

Jetzt kriegen wir mal wieder einen neuen Studentenseelsorger. HB wird er heißen, und ich habe ihn bei seiner Priesterweihe schon gesehen und auch die Heilige Kommunion aus seiner Hand empfangen. Sonst weiß ich aber wenig über ihn und harre mit Spannung der Dinge, die da kommen. Jedoch hoffe ich einfach mal, dass er die Tradition nicht fortsetzt, denn in vier Jahren vier Studentenseelsorger finde ich eigentlich zu viel. Studentenseelsorge braucht auch Kontinuität, denn nicht nur an meiner eigenen Person sehe ich, dass auch immer sehr viel an der Person des Seelsorgers hängt. Ich hoffe, dass der nächste Abschied von einem Studentenseelsorger mein eigener aus Frankfurt (Ost) sein wird.

Dienstag, 22. Mai 2007

Bastelstunde: Rosenkränze

Wie knote ich mir einen Rosenkranz? Die Antwort auf diese Frage kann man im Netz finden, oder man hatte heute abend die einmalige Chance, es bei unserem Studentenabend zu erlernen. Nach dem Beten ging es ans Basteln, mal wieder mit mir in der Vorturnerfunktion - ich weiß gar nicht, wie ich dazu komme, immer unsere Bastelstunden zu leiten. In der Schule war ich immer die große Niete in diesen Dingen. Es war aber ganz nett, alle waren ehrgeizig und begeistert bei der Sache, irgendwie hat's einfach Spaß gemacht. Nur an eines werde ich mich nie gewöhnen: Dass alle immer so plötzlich dann aufbrechen, mittendrin. Das ist ein wenig befremdlich.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Exkursion zu Freunden

Gestern abend war mal wieder ein ganz besonderer Studentenabend: Wir hatten eine Exkursion organisiert zu der russisch-orthodoxen Kapelle in Finkenheerd. Mit dem Bus fuhren wir dorthin. Von außen sah die Kapelle noch recht "normal" aus, was eigentlich kein Wunder ist, denn bis vor wenigen Jahren gehörte sie noch zur katholischen Gemeinde (also zu unserer), konnte dann aber als Gottesdienststandort nicht mehr gehalten werden und wird also nun von der russisch-orthodoxen Gemeinde genutzt. Beim Betreten der Kapelle zeigte sich das auch gleich sehr deutlich. Wir wurden empfangen von einem sehr intensiven Weihrauchduft, wie man ihn in katholischen Kirchen an einem ganz normalen Wochentag nur selten verspürt, und von einem reich mit Ikonen geschmückten Kirchenraum. Vieles war für uns ungewöhnlich; dass nur an den Seiten Bänke standen und in der Mitte gestanden wurde, die Trennung des Altarraumes von der Gemeinde (die, wie uns später gesagt wurde, die Trennung des Himmels von der Erde symbolisiert).
Der Abend begann mit einem Dankgebet für all das Gute, das Gott uns getan hat. Zunächst wurden wieder die ganze Kapelle, die Heilige Schrift und auch wir intensiv mit Weihrauch inzensiert. Das war nicht nur ein Erlebnis für die Nase, sondern auch für die Ohren, denn am Weihrauchfass sind viele kleine Schellen angebracht. Der russisch-orthodoxe Priester betete auf Deutsch, so dass wir alles verstehen konnten, und der kleine Gottesdienst war von einer angenehmen Mischung aus Vertrautheit und Andersartigkeit durchsetzt. Der viele Gesang und die sich immer wiederholenden Bitten um das Erbarmen des HERRN wiesen mir den Weg in eine besonders tiefe Form des Gebets; es war einfach faszinierend und ehrfurchterweckend zu gleich. Eines ist klar: Die russisch-orthodoxe Kirche weiß mit Symbolik umzugehen, ich konnte Gott gleichsam atmen, fühlen, schmecken und hören.
Nach dem Gebet fanden wir uns noch zum Abendessen und einem Gespräch auf der Empore zusammen. Wir erfuhren noch viel interessantes über die orthodoxe Kirche und ihren Glauben. Viel zu bald mussten wir wieder aufbrechen. Vieles werden wir von diesem Abend an Eindrücken im Herzen behalten. Zum Abschied bekamen wir eine Einladung bald wiederzukommen und außerdem noch Ikonen als Geschenk. Die anderen bekamen Engel, aber ich bekam die Auferstehung. Sie hat ihren Platz in meiner Gebetsecke bereits gefunden.

Dienstag, 1. Mai 2007

Solidarität mit Thomas

Heute ist Dienstag, also Studentenabend in unserer Gemeinde. Wir haben zwei Kurzfilme gesehen über das Volto Santo in Manoppello, insbesondere ging es auch viel um die Ähnlichkeiten zum bzw. Übereinstimmungen mit dem Turiner Grabtuch. Hinterher haben wir noch ziemlich viel und lange diskutiert. Ich weiß, ich muss nicht daran glauben, um katholisch zu sein. Und doch tut es mir weh, dass ich es nicht kann. Denn das Gesicht des HERRN zu kennen, das wäre für mich einfach etwas ganz großartiges. Aber ich kann heute wie noch nie den Hl. Thomas verstehen, der erst fühlen wollte, um glauben zu können. Und ich bin so froh, dass Christus uns an Thomas' Beispiel gezeigt hat, dass Er unsere Zweifel nicht verurteilt. Und dennoch würde ich viel lieber einfach glauben können.

Mittwoch, 17. Januar 2007

Wein oder Weihrauch

Gestern beim Studentenabend schlecht besuchte, aber dennoch schöne eucharistische Anbetung gehabt. Danach guten Film ("Das Leben der anderen") gesehen. Heute morgen mit Brummschädel aufgewacht. Frage: War die Ursache desselben der Weihrauch aus der Anbetung oder der Wein, den wir zum Film getrunken haben?

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Vom Lehren und Lernen

Das war ein ganz faszinierender Abend, den ich heute erlebt habe. Als Studentin bin ich eigentlich eine dauerhaft Lernende (wie war noch gleich die Definition von "Intervention" im völkerrechtlichen Sinne?) , aber heute abend durfte ich lehren. Und zwar ging es darum, einen Weihnachtsstern zu basteln in der Origami-Technik. Also nur Papier, kein Klebstoff, keine Schere. 20 Zacken, dreidimensional. 6 Schüler, 3 mit Deutsch als Muttersprache, 2 mit Polnisch und eine mit Englisch. Ausgangshaltungen von "Endlich kann ich mal wieder basteln", bis "Sowas kann ich sowieso nicht." Zum Glück waren alle guter Laune und aufmerksam. Ich habe Spaß am Unterrichten, muss ich sagen. Es macht mich glücklich, wenn jemand etwas von mir lernen kann. Insofern war der Abend für mich perfekt.
Allerdings habe ich auch selbst viel gelernt.
Zum einen: Man kann nicht einmal sechs erwachsene Menschen dazu bringen, aufeinander zu warten, bis alle einen Lernschritt nachvollzogen haben. Schon bei den ersten Schritten ging das schief. Da ist mal einer nicht so schnell, braucht persönliche Hilfe - ein anderer, schnellerer hat garantiert schon Langeweile und versucht sich allein am nächsten Schritt. Das kann sehr schnell schief gehen, wenn das Projekt etwas komplexer ist (wie zum Beispiel unser Stern). Macht aber nichts, denn durch "Try and Error" lernt man ja bekanntlich auch sehr gut. Das ist das zweite, was mir heute abend neu deutlich wurde: Man braucht nicht immer einen Lehrer, wenn man nicht gleich beim ersten Fehler das Handtuch wirft, sondern einfach weiter versucht.
Das dritte und vielleicht wichtigste, was ich heute gelernt habe: Motivieren kann man jeden auf eine andere Art, und was beim einen den Ehrgeiz anstachelt, kann beim anderen in die Gegenrichtung ausschlagen. Deshalb ist es wichtig, auf den einzelnen eingehen zu können und ihn ein wenig zu kennen. Zu guter Letzt bleibt mir zu sagen, dass man auch die Grenzen erkennen muss. Nicht immer kann jeder das "Lernziel" erreichen; manchmal gibt es äußere Umstände, die schlichtweg hindern. Dann gilt es, mal etwas mehr Hilfestellung zu geben und vielleicht auch einzusehen, wo es für den anderen zur Qual wird, wo man auch nichts mehr erreicht. Dann muss man eine andere Art der Lösung finden. Diese Leute haben ihre Fähigkeiten meist auf einem anderen Gebiet, oder die Tagesform war einfach nicht so richtig toll. (Ich würde mir ja die Möglichkeit wünschen, einfach mit diesen Leuten zu einem anderen Zeitpunkt weiterzumachen, denn das elendige "Ich kann das nicht", das nehme ich niemandem ab. Jedenfalls nicht nach nur einer Stunde. Ich selbst habe das beim ersten Sternbastelversuch auch gesagt, und heute falte ich die Dinger in größeren Mengen und in einem erstaunlichen Tempo.)
Das war nun meine Perspektive; ich bin mir sicher, jeder andere der Anwesenden würde über unseren Bastelabend ganz anders berichten. Wahrscheinlich würde da von Taizé-Musik im Hintergrund, netten Gesprächen und einem guten Gläschen Wein erzählt, von fotografierenden Neuseeländerinnen und vielen Anekdötchen aus dem Leben des einen oder der anderen. Aber meine Perspektive war heute die der Lehrerin, deren große Freude es ist, wenn andere etwas von ihr lernen können.
Und: Ich habe einen großen Respekt vor Grundschullehrern, die nicht nur einmal einen Abend unterrichten, sondern 5 Tage die Woche, und nicht sechs erwachsene Menschen, sondern 25 Kinder von 6 oder 7 Jahren, die alle unterschiedlich sind, die alle etwas anderes brauchen - die aber alle am Ende des Jahres lesen und schreiben und rechnen können sollen (und nicht nur einen lächerlichen Stern falten). Hut ab!

Mittwoch, 6. Dezember 2006

... und uns recht von Herzen freun ...



Es gibt Zeiten im Jahr, da werden sogar die bei uns an der Uni als schrecklich spießig und unnatürlich fleißig verschrienen Jurastudenten der fortgeschrittenen Semester wieder zu kleinen Kindern. Kaum einer, der keinen Adventskalender hat, und kein 5. Dezember ohne die Frage: "Hast Du denn schon Deine Schuhe geputzt?" Gestern abend sprachen wir beim Studentenabend der Hochschulseelsorge - passend zum Vorabend von Nikolaus - über das Thema Brauchtum. Brauchtum gibt uns Sicherheit im Umgang miteinander und erzeugt eine gewisse Geborgenheit, ein Heimatgefühl - um es jetzt mal mit meinen eigenen Worten zusammenfassend auszudrücken. Und so leuchteten auch abends alle Augen, als wir zum Abschied noch einen Schokonikolaus mitbekamen; und wer heute morgen in seinen Schuhen etwas fand oder auch - wie ich - endlich das Nikolauspaket von zuhause auspacken durfte, hat ganz bestimmt in diesem Moment das Gefühl genossen. So ist es doch schön, dass das Brauchtum gepflegt wird, selbst wenn es je nach den äußeren Umständen (meine Eltern zum Beispiel hätten schwerlich hunderte von Kilometern fahren können, nur um mir die Geschenke tatsächlich in die Schuhe zu legen) angepasst wird. Ich wünsche allen, dass sie heute irgendwann unbewusst ein "Lustig, lustig, tralalalala" summen und sich in ihre Kindheit zurückversetzt fühlen. [Eigentlich sollte hier noch ein Bild rein, aber Blogger mag mich heute nicht und lässt mich nichts hochladen. Der bekommt bestimmt nur eine Rute.] [Edit 8.12.2006: Jetzt hat es doch noch geklappt.]