Posts mit dem Label die gute Sache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label die gute Sache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 23. September 2009

Marsch für das Leben

Ich diskutiere im Moment noch mit meinem Gewissen, ob ich dafür meine Examensvorbereitung unterbrechen darf/muss/kann/soll, aber unabhängig vom Ausgang dieser Diskussion möchte ich zumindest darauf hinweisen, dass am kommenden Sonnabend (26.9.) wieder der "Marsch für das Leben" in Berlin stattfindet. Friedlich, schweigend und nur mit 1000 weißen Kreuzen und einigen Schildern zieht ein großer Trauerzug durch die Hauptstadt, der der vielen abgetriebenen Kinder gedenkt. Ohne jemandem einen Vorwurf zu machen, aber dennoch ein Zeichen setzend. Trauernd um die Kinder, die niemals geboren werden durften, obwohl sie lebten. Trauernd um die Menschen, denen es verwehrt geblieben ist, das Licht der Welt zu erblicken.

Wie Radio Vatikan meldet, sind auch für dieses Jahr eine Reihe von Störaktionen geplant. "1000 Kreuze in die Spree" soll es heißen, wenn es nach den Gegnern ginge. Doch es ist zu erwarten, dass die Polizei die Demonstrationsfreiheit schützt und es keine direkten Zusammenstöße geben wird. Und wenn, dann werden die Trauernden sicher nicht zu Gewalt greifen.

Los geht es um 13 Uhr mit einer Kundgebung am Neptunbrunnen,
Größere Kartenansicht
also vor dem Roten Rathaus (Bahnhof Alexanderplatz), ab 14 Uhr setzt sich dann der Zug in Bewegung zum Trauermarsch, und um 15 Uhr endet die Aktion mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St.-Hedwigs-Kathedrale.

Wer nicht kommen kann, sollte überlegen, ob er die Aktion im Gebet begleiten kann.

Dienstag, 4. August 2009

Alltagstrott

Ich habe ein schönes Wochenende gehabt. Hab letzte Woche Geburtstag gehabt, deshalb waren meine Eltern von Freitag bis Sonntag da, und wir haben einiges zusammen unternommen. Jetzt aber ist wieder der Alltagstrott da, heißt zurzeit: Lernen, lernen, lernen. Den Schadensbegriff beim Betrug habe ich gerade ausführlich behandelt, jetzt arbeite ich einen Fall zum spickmich.de-Urteil des Bundesverfassungsgerichts durch, danach schau ich ein paar aktuelle Urteile an. Um mich davon ein wenig abzuhalten - man ist ja stets in Vermeidungshaltung - habe ich zwischendurch noch eben ein Banner zur Gebetszettelaktion gemacht, das ab jetzt auch hier am Rande prangt. Vielleicht übernimmt es ja noch wer.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Wie ich einmal einen Gebetszettel veröffentlichte

Ich sag's gleich zu Anfang: Da hat sich etwas verselbständigt. Eigentlich hatte ich ja nur ein Gebet zum Priesterjahr gebloggt, das mir gefiel ...

Naja, und das hat dann jemand gesehen, der hat mir eine Freude machen wollen und es mir als Gebetszettelchen designed - und dann kamen wir unabhängig voneinander auf die Idee, die Dinger professionell drucken zu lassen. Wir dachten an 250 oder vielleicht 300 Exemplare für unseren näheren Bekanntenkreis. Wie wir es finanzieren sollten - da hatten wir zunächst keine Idee. Aber das alles fügte sich und kam dann etwas anders:

Durch Hilfe eines der 153 Fische fanden wir eine überaus preisgünstige Druckerei, und ein weiterer Fisch stellte aus seiner Handgeldkasse das Geld für 5.000 Exemplare zur Verfügung. (Ich hatte so meine Zweifel, was wir mit so vielen davon anfangen sollten, aber die anderen waren überzeugt, dass das kein Problem wäre ...) Also wurde noch geschönt, verändert, überarbeitet, ein Begleittext verfasst, druckfertig gemacht. Und dann kam der Tag, als ich die Bestellung aufgab. Das war vor einem Monat.

Wir Fische haben dann die Zettel im wesentlichen selbst verteilt. Haben sie an Freunde weitergegeben, haben Pfarrer um ihre Erlaubnis zur Auslage in Kirchen gebeten, ein paar auch an Bekannte verschickt. Das Interesse war groß. Und: Es gab auch Leute, die dafür spenden wollten. Zunächst schien uns das nicht nötig, aber nach drei Wochen zeichnete sich ab, dass unsere Zettel schon bald vergriffen wären. Also nahmen wir die Spendenangebote an und hatten innerhalb einer Woche genug Geld zusammen, um eine zweite Auflage zu drucken - diesmal 10.000 Exemplare. (Das sind fast 20 kg Papier, nur, damit man sich das mal vorstellen kann.) Diese zweite Auflage ist nur wenig verändert. Sie enthält jetzt lediglich einen Hinweis, wo man die Zettel bestellen kann. Ich gab diese genau 30 Tage nach der ersten Auflage in Auftrag. Vorgestern.

Für die Bestellung haben wir eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: gebetszettel@popesown.de
Wir versenden die Zettel gerne und kostenlos. Bei größeren Bestellungen freuen wir uns natürlich, wenn uns angeboten wird, die Portokosten zu übernehmen. Dann senden wir Kontodaten zu.

Aber wichtiger ist uns, dass das Gebet Verbreitung findet, dass Menschen für einen Priester beten, den sie kennen. Ich kenne schon so manche Menschen, die dieses Gebet täglich beten. Alte Leute, junge Leute, viele Frauen, aber auch Männer, sogar Priester, die es für einen anderen Priester beten. Das kann einer sein, den man besonders mag, dem man für etwas dankbar ist. Das kann auch einer sein, der vielleicht mit seinen Aufgaben überfordert ist, oder einer, der einen Fehler begangen hat. (Machen wir uns nichts vor, Priester sind auch nur Menschen, und gerade diejenigen brauchen unser Gebet, die es nicht so einfach haben ...) Das kann der eigene Gemeindepfarrer sein, der Kaplan, ein Pater aus einem Kloster ... Ich denke, jeder von uns kennt einen Priester, und jeder Priester kann ein Gebet gebrauchen.

Ich bin überwältigt davon, wie aus diesem kleinen gebloggten Gebet eine große Aktion geworden ist. Unsere Zettel sind schon in vielen Orten in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Und vielleicht auch bald bei Dir ...

Sonntag, 31. Mai 2009

153 Fische

Jesus sagte zu ihnen:
Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.
Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land.
Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt,
und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

(Joh 21,10-11)

Worum es geht:

Heute, am Pfingsttag, tritt ein neues Netz in die Öffentlichkeit: Das Gebetsnetz "153 Fische". Gebetet wird im Rahmen dieses Netzes schon seit August 2008, wir teilen dort unsere Sorgen und Nöte, aber auch unsere Freuden und unseren Dank und bringen all dies gemeinsam vor Gott. Aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, zu dem wir uns der Führung des Heiligen Geistes anvertrauen und an die Öffentlichkeit gehen. Warum? Damit wir nicht nur für uns und unsere Anliegen beten, sondern auch für diejenigen, die von außen an uns herangetragen werden. So wollen wir als Christen in der Welt einen Dienst an der Welt leisten und für sie da sein. Wir vertrauen darauf, dass unsere Gebete gehört werden und dass auch unser Netz trägt, wie das der Jünger.

Wer wir sind:

Wir sind ein Gebetsnetzwerk katholischer Christinnen und Christen.

* Wir beten täglich füreinander.
* Wir teilen miteinander die Freude und tragen unseren Dank vor Gott.
* Und wir teilen unsere Sorgen und Ängste und stützen uns im fürbittenden Gebet.
* Wir beten für andere Menschen, insbesondere in den Anliegen, die uns anvertraut werden.
* Wir pflegen unterschiedliche spirituelle Traditionen und verschiedene Frömmigkeitsformen.
* Uns eint die eucharistische Spiritualität, die wir nach unseren Kräften leben und fördern, z.B. durch eucharistische Anbetung.
* Wir bemühen uns, ein glaubhaftes Zeugnis für unseren Glauben im Alltag zu leben.
* Wir verkünden das Evangelium Jesu Christi im Internet.


* Unser Netzwerk beruht auf Selbstverpflichtung. Wir sind kein Verein, keine Gemeinschaft mit fester Struktur oder Mitgliedschaft.

Samstag, 3. Januar 2009

20 * C+M+B * 09

So prangt es jetzt in Kinderschrift an meiner Tür. Eine ganze Horde (ich kann nicht so weit zählen, wenn die sich tändig bewegen - es mögen 18 oder auch 20 gewesen sein) Könige samt Gefolge und Stern stürmte vorgestern mein Wohnheimzimmer und füllte es gut. Sie sangen "Kinder suchen Frieden", das Lied zum diesjährigen Leitwort der Aktion Dreikönigssingen, und sie beteten sehr engagiert. Schön, dass sie mir Gottes Segen nach Hause brachten; wichtig auch, dass sie gleichzeitig Spenden für die armen Kinder dieser Welt sammeln. Ich erinnere mich noch sehr gern an meine eigene Sternsingerzeit, daaaaamaaaals ... (Zum Beispiel an das Jahr 1995, aus dem ich sogar ein Bild habe.) Kalte Füße hatten wir immer, und manchmal landete jemand von uns bei Eisglätte auf dem Po, aber das tat unserer Freude keinen Abbruch. Wir hatten Spaß am Singen, am Segnen und daran, den Leuten eine Freude zu machen. Und wenn wir gut gesammelt hatten, waren wir schon etwas stolz. Schließlich lautete unser Spruch:"Die Gaben sind für Kinder in Not, damit sie haben ihr täglich Brot." Dass wir selbst die Welt verbessern konnten, obwohl wir doch nur Kinder waren, da waren wir sehr froh drüber. Diese Erfahrung wünsche ich nun auch den heutigen kleinen "Königen".

Samstag, 26. April 2008

Kinderfreundlich

Solche Schilder würden wir öfter brauchen:

http://www.kjg-pius.de/IMG_0560.JPG

Freitag, 15. Februar 2008

Lektorendienst

Manchmal gibt es so Tage, da komm ich eigentlich ziemlich fertig in die Messe. Heute zum Beispiel. Von 7 bis 8:30 Uhr habe ich unsere Examens-Lern-AG vorbereitet (die morgige, nicht die heutige), von 9-16 Uhr hatte ich Examens-Lern-AG (ok, wir haben mittags auch ne Pause gemacht) und dann war um 17 Uhr Heilige Messe. So Tage wie heute sind es, an denen ich eigentlich nicht lesen möchte. Ich hab den ganzen Tag schon in Bücher geschaut, hab vorgelesen, geredet, notiert, formuliert, definiert, subsumiert und hyperventiliert. Kurz: Ich war ein wenig geschafft. Aber der Lektorendienst ist in den Werktagsmessen nunmal meiner, wann immer ich da bin. Ob früh oder spät, ob ich Lust habe oder nicht. Und so sehe ich ihn auch: Als Dienst an der Gemeinde, den ich tun kann. Schließlich sagte man mir schon manchmal, dass ich ganz gut lese. Sicher geb diese Aufgabe auch mal ab, wenn ich ganz starke Kopfschmerzen hab oder heiser bin. Aber das ist selten. Und von den regelmäßig Mitfeiernden will auch eigentlich keiner so richtig gern (ich hab schon alle gefragt, und jeder hat einen anderen Grund - oder auch gar keinen außer "mach ich nicht"). Und ich mach's generell ja mit Freude. Aber heute war so ein Tag, da hab ich schlecht betont und schnell gelesen und mich verhaspelt, beim Psalm vergaß die Gemeinde ständig den Antwortvers, und da musste ich beim dritten Mal ziemlich grinsen, als es immer noch nicht klappte und ich stark nachhelfen musste, und als ich dann singen sollte ("Lob sei dir, Herr, König der ewigen Herrlichkeit"), kam's irgendwie schief. Fand ich jedenfalls. Solche Tage sind es, an denen mag ich eigentlich nicht Lektor sein. Und dennoch: Ich lese auch an diesen Tagen. Ich lese zur größeren Ehre Gottes, an jedem Tag so, wie ich es eben kann. Und Er möge mir allezeit das Bewusstsein ins Herz legen, dass es Sein Wort ist, das ich verlese, und Er sich meines Mundes nur bedient. Wie Er es mir gibt, so will ich Ihm dienen. Und was Er draus macht, ist dann SEINE Sache.

Montag, 11. Februar 2008

Ministranten

Was sind Ministranten, und wofür braucht man sie? Don Johannes erklärt's auf die coole Art.


Gefunden bei kathtube.

Freitag, 8. Februar 2008

Vierzig Tage

Das Erzbistum Berlin startet in diesem Jahr eine Gebetsaktion um geistliche Berufungen. Sie soll als flächenübergreifendes "ewiges Gebet" ausgestaltet sein, das heißt, über die vierzig Tage vom Guten-Hirten-Sonntag (13. April) bis Fronleichnam (22. Mai) wird immer, Tag und Nacht, irgendwo (nicht nur) im Erzbistum jemand um geistliche Berufungen beten. Die Aktion wird 941 Stunden dauern.


Mitmachen können alle Gemeinden und Gemeinschaften, denen die geistlichen Berufungen am Herzen liegen. Man kann Stunden, Tage oder Nächte "übernehmen". Es gibt auf der Homepage einen Kalender, in den man sich eintragen kann und soll, um die Zeiten zu koordinieren. Es haben sich bereits Gemeinden, Gemeinschaften und ein Internetforum (welches wohl?) angemeldet.

Getragen wird die Aktion vom Päpstlichen Werk für geistliche Berufe, von der Diözesanstelle Berufe der Kirche und vom Theologenreferat (alles Erzbistum Berlin).

Mach doch auch mit!

http://www.vierzigtage.de/

Mittwoch, 5. Dezember 2007

PGR VI

Vorgeschichte:
Die Idee.
Der Vorlauf.
Die Wahl.
Das Ergebnis.
Füßescharren - die angepasste Version.

Heute: Besser spät als nie.
Ratet mal, was heute in meinem Briefkasten liegt: Der Brief vom Pfarrer, in dem er mich "zur Nominierung als berufenes Mitglied" beglückwünscht (kein Kommentar) und zur konstituierenden Sitzung heute abend einlädt. Poststempel: 27.11.
Ich brauche für die Strecke vom Pfarrhaus zu mir nach Hause acht Minuten. Die Post braucht acht Tage. Typischer Fall von Schneckenpost.

Montag, 3. Dezember 2007

PGR V.0a

Vorgeschichte:
Die Idee.
Der Vorlauf.
Die Wahl.
Das Ergebnis.

Heute: Füßescharren - die angepasste Version.
(Habe den Artikel von gestern abend wieder rausgenommen, weil ich ihn so nicht habe stehenlassen wollen. Ist in der Tat mal wieder alles blöde gelaufen. Doxadei, Dein Kommentar musste leider auch dran glauben; die liebe Technik hat ihn nicht leben lassen. Trotzdem danke dafür.)
Die Daily Soap nimmt ihren Lauf. Mittwoch ist konstituierende Sitzung des Pfarrgemeinderates. Im Schaukasten hängt immer noch der Zettel aus, auf dem das Wahlergebnis steht und danach "In den Pfarrgemeinderat berufen werden: Frau XY und Amica".
Heute habe ich dann nach der Messe mit dem Pfarrer gesprochen - wieso ich denn über die Berufung nur aus dem Schaukasten erfahre und zwei Tage vor der konstituierenden Sitzung noch nichts persönliches bekommen habe.
Pfarrer: Wieso, ich hab dir doch einen Brief geschrieben.
Amica: Ich habe keinen Brief bekommen.
Pfarrer: Aber ich hab den geschrieben, und der Pfarrsekretär hat ihn rausgeschickt. Ich dachte, das ist seit einer Woche erledigt.
Amica: Bei mir ist der Brief aber nicht angekommen, und ich weiß noch immer nichts weiter als hier in dem Schaukasten steht.
[Das Hin und Her habe ich mal etwas verkürzt.]
Pfarrer: Aber du musst doch den Brief bekommen haben.
Amica [langsam genervt]: Herr Pfarrer, glauben Sie, dass ich lüge?
Pfarrer: Nein ... aber da kann ich doch nichts für, wenn dieser Brief verloren geht. Oder deine Adresse stimmt nicht. Dafür kann ich ja nichts.
Amica: Nein, Sie können nichts dafür, dass ich den Brief nicht bekommen habe, aber ich kann auch nichts dafür. Und wie komme ich jetzt an den Brief?
Pfarrer: Kannst ja mal gucken, der Pfarrsekretär müsste jetzt da sein, wenn da so ein roter Sharan auf dem Hof steht kannst du ja mal klingeln und ihn fragen, ob er dir den Brief nochmal ausdruckt.
[Amica geht gucken, aber der Pfarrsekretär ist noch nicht da. Zurück zum Pfarrer, der gerade fertig ist, die Kapelle aufzuräumen.]
Amica: Der Pfarrsekretär ist jetzt noch nicht da, können Sie mir vielleicht den Brief noch eben ausdrucken?
Pfarrer: Nein, ich hab jetzt einen Termin, das geht jetzt nicht.
Amica [hat genug, ab]

Hab jetzt mal eine Mail ans Sekretariat geschrieben, mal sehen, vielleicht krieg ich den Brief ja noch vor der konstituierenden Sitzung. Ist mir jetzt aber auch egal, ich hab schließlich auch noch was anderes zu tun den Tag über, als meinen Informationen für den PGR hinterherzulaufen. Auf jeden Fall ein richtig guter Anfang meiner Arbeit in diesem Gremium. Vielleicht die geeignete Art, mich gleich zu Beginn ordentlich zu desillusionieren.

Und jetzt: Lernen, lernen, lernen.

Freitag, 23. November 2007

PGR IV

Vorgeschichte:
Die Idee.
Der Vorlauf.
Die Wahl.

Heute: Das Ergebnis.
Mancher wird hier schon ungeduldig und will endlich das Ergebnis wissen. OK, ich bin ja nicht so: Ich bin nicht gewählt. Jedoch lässt sich der Gemeindehomepage schon entnehmen, dass ich in den Pfarrgemeinderat berufen bin. Ich muss aber sagen: Ich weiß noch nicht, ob ich die Berufung annehmen werde. Denn ich sehe darin ein Umgehen der Gemeinde, trotz allem. Mit meinem Demokratieverständnis ist das nur schwer vereinbar. Jedoch ist auf der anderen Seite zu berücksichtigen, dass der Pfarrer das Recht hat, sich in sein Beratungsgremium (und das ist ja nunmal eine Aufgabe des PGR) Gemeindemitglieder zu holen. Und wenn er der Meinung ist, aus der Gruppe der Studenten jemanden zu brauchen, der ihn berät, dann ist es nur richtig, wenn er sich jemanden beruft. Insofern hätte ich von Anfang an kein Problem damit gehabt, wenn ich mich nicht zur Wahl hätte aufstellen lassen und dann vom Pfarrer berufen worden wäre. Aber so ... Die Art und Weise gefällt mir nicht. Ich werde noch eine gewisse Bedenkzeit brauchen.

Sonntag, 18. November 2007

PGR III

Vorgeschichte:
Die Idee.
Der Vorlauf.

Heute: Die Wahl.
Heute ist es also soweit. Das letzte Mal grinst mich mein eigenes Foto in der Kirche an - bloß gut. Das ist eine Situation, die ich irgendwie nicht sehr mag. "Nach allen Gottesdiensten" ist an diesem Wochenende Wahl von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand. Und tatsächlich, kaum ist die Sakristeitür hinter dem Priester und den Ministranten geschlossen, schon tummelt sich alles um den Wahltisch. Dort werden zunächst Stimmzettel ausgegeben. Ich warte erstmal den ersten Ansturm ab, aber dann hole ich mir auch meine Zettel und suche mir ein ungestörtes und unbeobachtetes Plätzchen in einer Kirchenbank, um in Ruhe meine Kreuzchen zu machen. Es ist wirklich nicht einfach. Auf dem KV-Zettel darf ich sechs Kreuze auf sieben Personen verteilen, auf dem PGR-Zettel sogar 12 Kreuze auf 18 Personen. Beim KV hab ich mich ziemlich schnell entschieden, aber der PGR fällt mir schwer. In der letzten Woche hab ich schonmal versucht auszusortieren, aber das fällt sehr schwer. Da hilft nur eines: Ich mache einen ersten Durchgang, bei dem ich erstmal allen ein Kreuz gebe, die unbedingt reinsollen und zähle mit. Als ich unten angekommen bin, habe ich genau 12 Kreuze gemacht, also kommt es gar nicht mehr zum zweiten Durchgang. Umso besser. Die Zettel in die Urne zu werfen, ist ein komisches Gefühl. Zum ersten Mal bin ich bei einer Wahl nicht nur aktiv, sondern auch passiv beteiligt. Ich versuche, mir gar keine Gedanken darum zu machen, wie sich die Leute um mich herum entschieden haben. Wann ich das Ergebnis erfahre, weiß ich noch gar nicht. Sicher irgendwann im Lauf der Woche, spätestens nächsten Sonntag. Und bis dahin genieße ich noch meine "Freiheit".

Sonntag, 4. November 2007

PGR II

Was bisher geschah.

Langsam nimmt die Sache Gestalt an; es wird ernst. Letzte Woche haben sich bei einem "außerordentlichen Kirchencafé" die Kandidaten für PGR und KV vorgestellt. Meine Aussage, Bindeglied zwischen Studenten und Gemeinde sein zu wollen, da bei den Studenten meiner Meinung nach von der Gemeinde bisher ungenutztes Potential liege, kam offenbar ganz gut an. Da aber bei der Vorstellung nicht so wahnsinnig viele Leute da waren, weiß ich nicht, was das insgesamt bedeutet. Heute dann der Beweis, dass die Studenten auch bereit sind, etwas zu tun: In den Vermeldungen wurde erstmals unser Angebot verkündet, für gestresste Eltern, die mal eine eine Auszeit brauchen, abends Babysitterdienste zu übernehmen. Gleich nach der Messe kam auch der erste Auftrag - allerdings für einen Vormittag, und es ist noch nicht ganz klar, ob da einer von uns kann, das wird zurzeit noch erkundet. Schließlich sind wir in erster Linie Studenten, und die Uni zu vernachlässigen, kommt nicht in Frage. Aber ich komme vom Thema ab. Ab heute steht auch die Stellwand mit den Bildern der Kandidaten. Komisches Gefühl, dass da ein Foto von mir in der Kirche rumhängt und von vielen Leuten angeschaut wird, von Kindern angetatscht, von älteren Leuten ganz aus der Nähe betrachtet und immer wieder bildete ich mir auch ein, dass Blicke von den Leuten vor der Stellwand zu mir herüberwanderten nach der Messe. Als wollten sie prüfen, ob die Person auf dem Foto tatsächlich dieselbe ist, die da herumsteht. Naja, mein Foto gefällt mir wenigstens halbwegs; ich habe das genommen, das wir unserem letzten Studentenseelsorger J zum Abschied geschenkt haben (wir haben im Juni von jedem Mitglied der Studentengemeinde ein schönes Foto gemacht). Und in zwei Wochen ist dann Wahl. 12 Mitglieder sollen für den PGR gewählt werden, und wir haben sagenhafte 18 Kandidaten. Ich bin mir zurzeit nicht sicher, welchen Ausgang ich mir wünschen soll. Ich sag mir immer: "Wie es kommt, wird es schon richtig sein."

Ich berichte dann in ca. zwei Wochen, wie es weitergeht.

Sonntag, 12. August 2007

PGR

Nun ist es wohl dann entschieden. Aber ich fang mal besser vorn an.

Es ist schon einige Wochen her, genauer gesagt begab es sich am 20. Juni, da fragte mich Herr A. nach der Mittwochabendmesse, ob ich nicht für den Pfarrgemeinderat kandidieren wolle. Ich war ziemlich baff, da ich ja sooo integriert in die Gemeinde gar nicht bin, und zunächst setzte ich mal entgegen, dass ich ja nur noch bis etwa März 2009 in Frankfurt (Ost) sein werde, weil ich dann (hoffentlich) mein Studium beendet habe. Naja, meinte der Herr A., das seien ja ab November dann noch immer anderthalb Jahre, und dann würde danach eben jemand nachrücken. Und schließlich brauche man unglaublich dringend auch junge Leute im PGR. Dass ich jung bin, das konnte ich jedenfalls nicht leugnen.

In mir arbeitete es plötzlich fieberhaft: Kann ich das? Will ich das überhaupt? Schließlich weiß ich, weil mein Herr Papa lange Jahre stv. Vorsitzender des PGR meiner Heimatgemeinde war, dass das nicht immer ein Spaß ist. Man steckt viel Kraft rein, streitet sich manchmal stundenlang um unsinnigste Kleinigkeiten, reißt sich den Popo auf und ist am Ende der Buhmann. Oder bekommt Steine in den Weg gelegt ohne Ende. Das klassische Ehrenamt also. Ich sagte Herrn A., dass ich mir das überlegen würde - bis November ist ja noch Zeit. Hab dann später mit meiner Schwester telefoniert, sie ist dafür. (O-Ton: "Mit deiner großen Klappe bist du da genau richtig.") Gemeinsam kamen wir dann darauf, dass die Erfahrungen, die unser Vater gemacht haben, mich wohl schon desillusioniert haben und ich vielleicht gerade deshalb geeignet wäre. Andererseits: Muss man sich dem freiwillig aussetzen, wenn man eben schon ahnt, was da kommt?

Wie so oft, wenn ich so gar nicht weiß, wie ich mich entscheiden soll, musste mein geistlicher Begleiter ran. (Ist übrigens sehr toll, einen zu haben - kann ich nur empfehlen!) Gemeinsam mit mir wägte er ab. Da blieben auch Faktoren wie das abzuschließende Studium nicht außen vor, und dass ich eben nur knapp die Hälfte der Wahlperiode noch da sein werde. Auch, dass ich von außerhalb komme und vielleicht gerade dadurch Stachel im Fleisch sein kann, dass ich tatsächlich was bewegen könnte ... Und ich hätte Spaß daran, glaube ich. Zumal ich durch meinen Rückzug aus der aktiven Arbeit in der Studentengemeinde einfach keine richtige Aufgabe mehr in der Gemeinde habe und damit nicht ganz glücklich bin. Dumm ist, dass es viel Nerven kosten würde, da ich mit meiner manchmal recht konservativen Einstellung in unserer Gemeinde wohl auf Granit beißen würde. Ja, es wäre nicht einfach. Andererseits hat mir diese Gemeinde eine Art Heimat gegeben in den letzten vier Jahren, ist fast sowas wie eine Ersatzfamilie geworden. Dafür möchte ich auch etwas zurückgeben. Am Ende hatten wir ausgewogene Pro- und Contraargumente und waren so klug als wie zuvor.

So kam denn die Entscheidung: Wir entscheiden nicht. Wir lassen entscheiden. Wenn Gott will, dass ich in dieser Gemeinde in den Pfarrgemeinderat gehe, wird Er mir auch noch ein Zeichen geben. Wir einigten uns, dass ich kandidiere, wenn ich noch einmal auf eine Kandidatur angesprochen werde.

Zunächst war ich dann ein wenig traurig. Den Herrn A. sehe ich nur ganz selten, weil er meistens in die 10-Uhr-Messe geht und ich schon um 8. Also wird er mich kaum noch ein zweites Mal ansprechen, also kandidiere ich nicht. Irgendwie dann doch schade, aber so war der Deal. In den letzten Wochen, die manchmal ziemlich anstrengend waren, war ich dann eigentlich eher ganz froh: Da meinte ich, weil Herr A. mich kaum noch ein zweites Mal wird ansprechen können, komme ich drum herum, habe ich eine Aufgabe weniger und ein wenig freie Zeit zusätzlich. Na, und heute wurde ich dann wieder angesprochen, nach der 8-Uhr-Messe, allerdings nicht von Herrn A., sondern von Herrn W. Der sagte eigentlich genau das gleiche wie der Herr A. Und da im Deal nicht gesagt war, wer mich ein zweites Mal ansprechen soll, muss ich dem lieben Gott wohl zugeben, dass Er mich erwischt hat. Jetzt werde ich dann wohl kandidieren.

Und ob ich gewählt werde ... das erfahrt Ihr nach der nächsten Maus.

Mittwoch, 7. März 2007

Warum bin ich so fit?

"Warum bin ich so fit? - Herz und Muskeln in meinem Körper", so lautete der Titel der ersten Vorlesung aus der dritten Runde der Viadrina-Kinderuniversität. Ich bin zwar nicht mehr zwischen acht und zwölf, und eigentlich falle ich mit meinen 22 Jahren sehr deutlich aus der Altersbegrenzung für die Teilnehmer heraus, aber dennoch durfte ich heute dabei sein. Ich hatte nämlich eine Aufgabe: Ich durfte den Spielverderber machen. Mich anfänglich unauffällig zwischen die Teilnehmer setzen und dann während des Vortrags Papierflieger einkassieren und ab und an mal zur Ordnung rufen. Viel hat es nicht gebracht, denn nur sehr wenige Studenten waren zu diesem Dienst bereit, und 320 Kinder-Studenten machen schon einiges an Wirbel, aber immerhin hatte ich eine Rabaukenansammlung direkt vor und eine direkt hinter mir, sodass ich ein wenig zu Ruhe und Ordnung beitragen konnte. Denn die interessierten Kinder sollten ja auch was mitbekommen. Zwischendurch habe ich mich einige Male gefragt, warum ich das überhaupt mache, aber irgendwie war es auch sehr lustig und schön mit den Kindern. Außerdem kamen auch die Erinnerungen wieder hoch an die zwei Vorlesungen, die ich selbst als Kind an der Kieler Uni hören durfte. Eine handelte von Pinguinen - wohl der Grund, warum meine Mutter meine Geschwister und mich dort hingebracht hat -, eine andere von Asterix und Obelix und der römischen Geschichte. Nach diesen Vorlesungen hatte ich beschlossen, dass ich, wenn ich groß bin, auch mal studieren will. Unbedingt. Und es hat sich ja schließlich auch verwirklicht. Kinder-Unis sind eine tolle Sache, auch wenn ich selbst heute nichts mitbekommen habe von Herz und Muskeln und auch nicht weiß, warum ich denn nun eigentlich so fit bin. Die nächsten beiden Wochen kann ich nicht dabei sein, aber zur vierten Veranstaltung am 28. März habe ich mich wieder freiwillig gemeldet. Und dann werde ich sicher nicht die Antwort auf die Frage erfahren, warum sich Super Mario im Gameboy so wohl fühlt. Aber vielleicht die Kinder um mich herum.

Montag, 19. Februar 2007

die Jugend von heute

"Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern." So lautet ein altes afrikanisches Sprichwort, das in Deutschland in den Jahren unmittelbar vor meiner Geburt wohl Hochkonjunktur hatte. Und etwas über drei Jahre vor meiner Geburt, nämlich im Mai 1981, trat Karlheinz Böhm (der heutigen Jugend immer noch bekannt als der Franz-Joseph aus "Sissi") in "Wetten, dass" (einer Sendung, die wir heute noch kennen) auf und wettete mit dem Publikum, dass "nicht jeder dritte Zuschauer eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für die notleidenden Menschen in der Sahelzone spendet" - eine Wette, die er leider gewann. Dennoch kamen damals 1,2 Millionen Mark zusammen, die in die Stiftung "Menschen für Menschen" flossen, die den Menschen in Äthiopien hilft. Heute greifen junge Menschen, Studenten wie Du und ich (naja, Du vielleicht nicht, weiß ich nicht, aber ich jedenfalls schon) diese Idee wieder auf - in der Internet-Community "Studiverzeichnis". Wir, die Gruppe "Karlheinz Böhm", wetten, dass nicht jeder dritte angemeldete Student beim Studiverzeichnis bereit ist, einen Euro für Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe zu spenden. Natürlich wollen wir die Wette gern verlieren, aber dafür müssen ganz schön viele Leute mitmachen: 1,5 Millionen Studenten sind momentan im StudiVZ angemeldet; 500.000 müssten also mitmachen. Die Aussichten sind im Moment gar nicht so arg schlecht; die Gruppe existiert jetzt etwas mehr als eine Woche und hat bereits über 7000 Mitglieder. Der Gedanke ist klar: Wir haben es in Deutschland gut getroffen; wir haben zu essen und Kleidung und ein Dach über dem Kopf, und wir können studieren und bekommen eine gute Bildung. Ein Euro ist für uns nicht sehr viel Geld, egal, ob wir von Papas Unterhalt leben oder vom BAFöG. Ein Euro, das ist weniger als ein Mittagessen in der Mensa kostet. Wenn aber tatsächlich 500.000 Studis je einen Euro spenden würden ... wie vielen Menschen in Äthiopien könnte man mit den 500.000 € helfen? Es ist nicht viel, was der einzelne tun muss, solange sich viele kleine Leute an vielen kleinen Orten daran beteiligen, der Welt ein schöneres Gesicht zu geben.

Begünstigter: Menschen für Menschen
Spendenkonto: 153601
Stadtsparkasse München
BLZ 70150000