Zeit, mal aus der Versenkung aufzutauchen, um auf ein sehr interessantes Projekt aufmerksam zu machen: Die Erzbistümer Köln und Freiburg und das Bistum Essen nutzen mittlerweile nicht mehr nur Newsletter, um Fasten- und Osterimpulse (das Projekt geht bis Pfingsten) zu versenden, sondern auch Facebook (für den persönlichen Austausch in geschlossenen Gruppen) und Youtube (für zusätzliche Video-Impulse).Richtig web2.0 also. Wer nicht bei Facebook ist, kann sich natürlich einfach über die Webseite anmelden. Allen anderen empfehle ich einen Klick hier:
Freitag, 24. Februar 2012
Nicht nur für die Fastenzeit
um
16:11
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Sonntag, 4. April 2010
An Gott glauben.
Ich hab eben mit einer "ungläubigen", aber sehr interessierten Frau gechattet. Natürlich kann ich nicht das ganze Gespräch widergeben, aber ein paar Sätze von mir, die würde ich gern festhalten für schlechte Zeiten:
Was Du eben meintest, dass es keine Beweise für Gottes Existenz gibt ... Ich glaub, Gott ist einfach zu groß und zu unfassbar, um sich naturwissenschaftlich messen und beweisen zu lassen. Man kann eben nur glauben, und das heißt, dass man keine letztgültige Sicherheit hat. Aber wenn ich mir mein Leben anschaue, wie sich alles fügt und wie auch vieles Schwere immer im Nachhinein einen Sinn ergibt, oder wenn ich mir die Natur angucke, vom kleinsten Tierchen, das auf einem unglaublich grünen Grashalm sitzt bis zu unendlich weiten, wunderschönen Landschaften, ja, dann kann ich glauben, dass Gott existiert
um
12:20
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Montag, 25. Januar 2010
Nichts als Fügen
Das ist so lustig! Und irgendwie auch so toll. Ich mein, manchmal mecker ich ja gerne, wenn Sachen nicht so laufen, wie ich sie sich vorstell. So zum Beispiel gestern nachmittag, als ich verabredet war und wegen der Unterbrechung der Bahnstrecke Frankfurt (Ost) - Berlin in Lichtenberg (wo der Zug normalerweise gar nicht hält, ja, nicht mal langfährt ...) umsteigen musste in die Berliner S-Bahn, um zu meinem Ziel zu gelangen. Und dafür sollte ich eine halbe Stunde früher fahren. Schon das schmeckte mir nicht. Aber als ich dann in Lichtenberg ankam und auf dem S-Bahnsteig die Durchsage kam, wegen einer Weichenstörung zwischen Lichtenberg und Ostkreuz solle man doch bitte die U5 zum Alex nehmen und dort umsteigen, da war ich schon mehr als genervt. Immerhin hat es die Bahn auf die Weise geschafft, meine Fahrtzeit mal so ganz nebenbei um ca. 50% zu verlängern, und ich kam zu spät an, etwas, was ich gar nicht leiden mag.
Noch etwas anderes passte mir nicht. Wir gingen abends ins Kino, und wider Erwarten ging der Film bis 23:10. (Avatar in 3D - wer tolle Effekte mag, soll da unbedingt reingehen, aber wer eine tiefgründige Geschichte erwartet, wird von den übermäßig vielen flachen Charakteren und der durchsichtigen Story sicher enttäuscht sein.) Naja, normalerweise wär das späte Ende kein Problem, aber da ich nicht sicher sein konnte, ob die Weichenstörung wohl behoben wäre und wie lange ich wohl nach Lichtenberg brauchen und welchen Zug ich dort noch erreichen würde oder auch nicht, entschieden wir kurzerhand, dass ich nicht nach Hause fahren, sondern auf dem Sofa übernachten würde. Die Aussicht, eventuell mitten in der Nacht bei bitterer Kälte (wie kalt es genau war, weiß ich nicht, aber ob -13 oder -20° ist dann auch nicht mehr wirklich maßgebend) eine oder auch eineinhalb Stunden oder doch die ganze Nacht irgendwo am Rande von Berlin auf einem Bahnhof zu sitzen, war nämlich nicht so verlockend. Also fügte ich mich in mein Sofa-Schicksal, auch wenn ich es ganz besonders doof fand, keine Zahnbürste zu haben.
Naja, nun muss man ja das beste draus machen, und so nutzte ich die Gelegenheit, um 8 Uhr morgens die Heilige Messe in der Gemeinde meines Gastgebers mitzufeiern - denn die in Heilig Kreuz FFO konnte ich selbstverständlich knicken. Und nicht nur, dass ich das Fest der Bekehrung Pauli besonders mag, auch nicht nur, dass ich endlich mal wieder sowas wie eine Ars Celebrandi erleben durfte, und erst recht nicht, dass ich seit Ewigkeiten das erste Mal wieder in den Genuss (und ja, ich genieße das wirklich richtig doll!) des ersten Hochgebets kam - nein, es war mir auch noch eine besondere Freude, dass ich dort Maria wiedertraf, eine junge Frau, die ich letztes Jahr im April in der Schweiz beim 90. Geburtstag Silja Walters kennengelernt und danach etwas aus den Augen verloren hatte! Wir konnten dann noch in aller Ruhe gemeinsam frühstücken und Neuigkeiten austauschen und Grundsteine für ein nächstes Treffen legen ... Das war so toll!
Ich bin jetzt gerade so fröhlich, so aufgekratzt und zufrieden mit der Welt und dem Leben und überhaupt. Und das alles wär nicht passiert, wenn diese blöde Deutsche Bahn einfach endlich mal gefahren wäre wie sie sollte ... Wie meine bulgarische Freundin Ilina zu sagen pflegt: "Jedes Schlechte für was Gutes!" Oder wie wir deutschen Katholiken sagen: "Der liebe Gott tut nichts als fügen." Jedenfalls danke ich dafür und lass mal meinen Mund (oder auch die Finger) von dem übersprudeln, von dem mein Herz gerade voll ist. Alles in Gottes Hand legen ... Die Wege des Herrn sind unergründlich ... Yeah!
Mittwoch, 7. Oktober 2009
geistliche Bruchrechnung
Nur noch elf Tage bis zum Examen.
Am Sonntag sagte mir ein geistlicher Herr folgendes im Hinblick auf die bevorstehenden Prüfungen:
Der liebe Gott setzt sich nicht auf Löcher.
Aber:Zu einem Drittel kommt es darauf an, dass Du gut ausgeschlafen in die Prüfung gehst. Ein Drittel gibt der Heilige Geist. Und für ein Drittel wirst Du ja wohl hoffentlich selbst gelernt haben ...
Ja, für ein Drittel wird es wohl reichen.
Und selbst wenn nicht: Zum Bestehen genügen auch zwei Drittel. Selbst im juristischen Examen.
um
18:51
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Sonntag, 19. April 2009
vor 15 Jahren: Gottes Liebe ist wie die Sonne
Heute ist weißer Sonntag, oder, wie er jetzt seit ein paar Jahren heißt, "Barmherzigkeitssonntag". Für mich bleibt es aber der weiße Sonntag. 1994, also vor 15 Jahren, am weißen Sonntag, da war ich eines von 32 Kindern, die in meiner Gemeinde das erste Mal die Heilige Kommunion empfangen durften.
Ich hatte ein wunderschönes, edles weißes Samtkleid mit kurzen Puffärmeln an, das meine Mutter nach meinen Vorstellungen genäht hat. Es hängt noch immer in meinem Kleiderschrank in meinem Zimmer bei meinen Eltern. Dieses Kleid drückte für mich aus, dass tatsächlich ein großes Fest war: Zum ersten Mal in meinem Leben sollte ich Jesus bei mir empfangen dürfen, und dafür war ich so schön wie möglich. Und durch die Beichte vorher war ich auch innen so glänzend weiß geworden, wie mein Kleid von außen. (Naja, bis zehn Minuten nach der Beichte - dann hatte ich wieder irgendwas Böses gedacht.) Ich war damals noch in der glücklichen Situation, dass ich mehr als einen Streit mit meiner Freundin oder ein nicht aufgeräumtes Kinderzimmer nicht zu beichten hatte, und so war ich dann recht zuversichtlich, dass es trotz kleiner neuer Makel immer noch reichen würde. Jesus wusste ja eh, dass ich mich immer streite und nie aufräume.
Wir hatten uns ein Jahr lang jede Woche zum Unterricht getroffen, damit wir auch wussten, was das bedeutet, und wir sangen an diesem Tag eines der Lieder, die wir das ganze Jahr hindurch immer wieder gesungen hatten. Aber dieses eine, das war an diesem Tag unser Motto: Gottes Liebe ist wie die Sonne. Ich weiß noch, wir wir im Kreis um den Altar standen und vom Pfarrer Christus gereicht bekamen. (Wir praktizierten alle die Handkommunion, obwohl wir im Kommunionunterricht auch erklärt bekommen hatten, wie Mundkommunion funktioniert.) Ich stand direkt links vom Pfarrer im Kreis, und ich bekam Christus als erstes. Uns war vorher eingeschärft worden, dass wir die Zeit, bis alle den Leib Christi erhalten hätten, zum Anbeten nutzen sollten. Aber so richtig wusste ich damals nicht, was das heißt "Anbeten". Also schaute ich nur auf diese Hostie in meiner Hand und genoss es, dass mir Jesus so nahe war wie noch nie. Und dann, als alle die Kommunion gereicht bekommen hatten, führten wir gleichzeitig die Hostie zum Mund, und dann war Jesus in mir. Die Sonnenwärme breitete sich in mir aus, und ich fand es komisch, dass sie es vom Herzen aus tat, wo doch Jesus in meinem Magen war ... Während dann die Gemeinde zur Kommunion prozessierte, wurden meine Freundin, neben der ich saß, und ich von einem Vater angemacht, weil wir nicht innig genug beteten. Dumme Sache, die Sonne war weg aus mir. Aber sie war dagewesen, und ich wusste, sie würde wiederkommen.
Jetzt ist das 15 Jahre her, und ich empfange die Kommunion sehr regelmäßig, beinahe täglich. Nicht immer bin ich so gut vorbereitet wie damals, und die Sonnenwärme spüre ich schon länger nicht mehr. Aber ich glaube, dass Jesus mich nicht weniger liebt, nur weil ich jetzt erwachsen bin. Und ich verlange nach Seiner Gegenwart in meinem Leben. Deshalb hält mich auch nichts und niemand von der Heiligen Messe fern. Und am weißen Sonntag denke ich manchmal voll Dankbarkeit an diese Sonnenwärme meiner Kindheit zurück, die Gottes Liebe spürbar machte.
um
11:19
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Sonntag, 12. April 2009
Er ist wahrhaft auferstanden - Halleluja!

Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen. Seit dass er erstanden ist, so freut sich alles, was da ist. Kyrieleis.
(Wie gern wär ich jetzt wirklich der kleine Pingu von dem Bild, der mit den Frauen zu dem Grab gegangen ist und gesagt bekommt: "Er ist auferstanden wie Er gesagt hat." Oder der Heilige Thomas, von dem wir bald wieder hören werden, wie er seine Finger nach den Wunden Jesu ausstreckt. Dabei fällt mir natürlich die eine Strophe ein: "Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig: 'Du mein Herr und Gott'. Tief und tiefer werde dieser Glaube mein. Fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein." [Zitat aus dem Gedächtnis] Wie steht es um meinen Osterglauben? Nicht so, wie es sollte. Und dennoch versuche ich heute einfach, das Halleluja, das ich jetzt wieder ausrufen darf, auch zu glauben. Ich kann es nur glauben wollen, mehr kann ich nicht.)
um
01:06
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Donnerstag, 9. April 2009
diözesaner WJT 2009 in Berlin
2011 lädt der Papst die Jugend der Welt nach Madrid ein. Damit uns die Zeit nicht so lang wird, gibt es in den Jahren bis dahin Weltjugendtage jeweils auf diözesaner Ebene. Und - palim, palim - dieses Jahr gab es auch erstmals einen in Berlin! Vergangenen Samstag (ja, ich weiß, mein Bericht kommt spät) - am Samstag vor Palmsonntag - war es so weit.
Natürlich war ich dabei. Morgens musste ich zwar recht früh los, aber das schreckte mich nicht. Schon in der U-Bahn traf ich zwei WJT-Pilger aus Postdam-Babelsberg, mit denen ich mich auch gleich ein wenig anfreundete. Wir begegneten uns den Tag über immer wieder und sprachen oft miteinander. Das ist das schöne an diesen Tagen: Das gemeinsame Ziel "Weltjugendtag" hebt die übliche Anonymität der Großstadt auf; man fragt sich gegenseitig: "Wo kommst du her?", "Was machst du so?" - und geht ein Stück Weges zusammen.
Die Kirche St. Bonifatius an der Yorckstraße war leicht zu finden und nicht zu übersehen. Davor stand bereits bei unserer Ankunft ein gecharterter BVG-Doppeldeckerbus, in dem die Anmeldung in die ewigen Listen der kirchlichen Jugendarbeit stattfand, und nur mit Anmeldung gab es einen Stempel, der auch zum Essen berechtigte. Das ist natürlich verständlich, denn für jeden Eintrag auf diesen Listen gibt es Zuschüsse, und irgendwer musste das Essen ja auch bezahlen - wir jedenfalls nicht. Auch für einen ersten Workshop meldete ich mich bereits zu dieser Zeit an. Ich wählte das Thema "Berufen zur Heiligkeit".
Aber erstmal kam natürlich die Messe. Als ich die Kirche betrat, wurde ich gleich von einem mir wohlbekannten Domvikar begrüßt und informiert, dass noch jemand für die Lesung gesucht werde. Kein Problem, lesen kann ich ja und tu es auch gern. Nachdem ich mir die Lesung am Ambo durchgelesen und mich mit dem scheidenden Weihbischof - dem Hauptzelebranten - auf die Höheneinstellung für das Mikro verständigt hatte, ging auch schon die Einstimmung los: Das Lobpreiskombinat St. Bartholomäus aus Halle übte mit denen, die schon da waren, die Lieder ein. Das schien mir auch gut, denn ich kannte kein einziges. So konnten wenigstens wir wenigen, die schon eine halbe Stunde vor Beginn der Messe da waren, nachher mitsingen. Aber durch die Lautsprecheranlage, mit der der Gesang der Leadsängerin übertragen wurde, war das gar nicht unbedingt notwendig.
Das Pontifikalamt war insgesamt einfach klasse: Nicht nur die verschiedenen Fahnenabordnungen, die zeigten, was für ein buntes Völkchen Gott Sein eigenes nennt, sondern auch die recht gut gefüllte Kirche und die Ministranten, die das Geheimnis der Wandlung durch eine beeindruckende Weihrauchwolke betonten, trugen dazu bei. Und es zeigte sich, dass man sehr wohl eine "klassische" Messe, die den liturgischen Bestimmungen gerecht wird, feiern kann, ohne dass sie an Modernität und Zeitgemäßheit verliert. Dazu trug natürlich insbesondere die Auswahl der Lieder bei.
Nach der Messe gab es Mittagessen für die ca. 500 Anwesende, und das in reichhaltiger Auswahl. Erbsensuppe, ein Sauerkrauttopf und noch ein drittes Gericht, das ich schon vergessen hatte, konnte man wählen. Dazu nahm man sich noch einen Joghurt oder Pudding zum Nachtisch. Dann setzte man sich, wo man Platz fand (ich saß auf der Bühne) und kam ins Gespräch mit alten Bekannten und neuen Freunden. Dazwischen gab es immer wieder organisatorische Ansagen, die dann gegen 13:30 auch drängten, nun die erste Runde der Workshops aufzusuchen. Das taten wir dann auch, und mein erster Workshop "Berufen zur Heiligkeit" war sehr interessant. Ein irischer Priester, der früher erst als Hippie und dann als Soldat durch die Welt gegangen war, erzählte uns verschiedene Geschichten aus seinem Leben, die uns zeigten, dass Heiligkeit im Prinzip Liebe ist und dass jeder von uns dazu berufen ist. Ein Teil seiner Botschaft an uns war, dass wir das "Fürchte dich nicht" Gottes als Gebot annehmen sollen, nach dem wir unser Leben ausrichten. Das war ein sehr interessanter Gedanke, den ich auch mitgenommen habe. "Es gibt zwei Tage in der Woche, um die wir uns nicht zu sorgen brauchen: den gestrigen und den morgigen." Der gestrige Tag ist vergangen und nicht mehr zu ändern. Und der morgige ist ebenfalls unserem Zugriff entzogen; er liegt in Gottes Hand.
Nach diesem eindeutig zu kurzen Workshop ging es zur Kaffeezeit wieder nach draußen. Auf der Bühne sang nun die JoTa-Band. Ich ging wieder zum BVG-Bus, um mir meinen zweiten Workshop auszusuchen. Da der erste bereits geistlich sehr tief ging und ich das Gefühl hatte, das erstmal verdauen zu müssen, entschied ich mich für etwas Kreatives: Die Lego-Bibel. Das Team von der Jugendkirche Sankt Michael hatte uns Legos mitgebracht, aus denen wir den Einzug Jesu in Jerusalem in vier Bildern darstellten und fotografierten. Daraus machten sie einen Videoclip, der abends in der Jugendkirche gezeigt wurde.
Jetzt war die Katechese dran, die Jugendpfarrer Matthias Goy zum Thema des Weltjugendtages hielt: "Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt." Es war eine gute Katechese, und in der anschließenden Diskussion der Teilnehmer zeigte sich, dass Hoffnung ein sehr aktuelles Thema ist, zu dem es viele Fragen gab. Besonders schön war es, dass auch aus der Reihe der Jugendlichen Antworten auf die Fragen gegeben wurden, die von einem tiefen Glauben zeugten. In meinem Notizbuch stehen viele Sätze, die ich während der Katechese schnell aufgeschrieben habe. Exemplarisch möchte ich den einen nennen, der mich wohl am tiefsten berührt hat: "Keine Situation ist hoffnungslos, wenn wir aus der Beziehung zu Gott leben."
Dann gab es noch Abendessen, Rosenkranz, Beichtgelegenheit, eucharistische Anbetung (gestaltet von der Gemeinschaft Totus Tuus) und danach die Aussendungsandacht zur Prozession. Darin gab es noch einmal ein beeindruckendes Zeugnis einer jungen Frau, die uns an ihrem Weg zu und mit Gott teilhaben ließ. Am Ende der Aussendungsandacht bekamen die Vertreter der Gemeinden, Bistümer, Gemeinschaften und Regionen echte Palmwedel überreicht, mit denen sie bei der Palmsprozession zur Jugendkirche - also eine Stunde kreuz und quer durch Kreuzberg - das riesige, von einem Workshop gestaltete Kreuz begleiten sollten. Es waren "nur" noch etwa 150-200 Menschen da, aber mit unseren Palmen und Fackeln waren wir ein ganz besonderes Bild in den Straßen des sonst nicht so katholisch geprägten Berlins. Zum Abschluss davon noch ein paar Bilder:
Ach ja: Ne Menge Links zu weiteren Berichten und auch Bildern gibt es unter dem Artikel der Gemeinde Herz Jesu in Zehlendorf.
um
07:44
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Samstag, 4. April 2009
Auf zum WJT!
Es kann nicht immer Madrid oder Sydney sein ... aber Berlin ist ja auch nicht zu verachten. Und auch wenn der Papst nicht kommt, sondern "nur" der Weihbischof (wer weiß, wann ich unseren scheidenden Weihbischof sonst noch mal sehe), wird es bestimmt ein schöner und guter Tag werden. Heute ist Weltjugendtag ...
... und ich fahr hin!
um
08:00
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Samstag, 28. März 2009
Suscipe, Domine
Es gibt ein Gebet, das habe ich vor über drei Jahren kennengelernt, obwohl es viel älter ist. Es begleitet mich seitdem durch mein Leben. Zeitweise bete ich es täglich, morgens, nach den Laudes oder für sich allein. Manchmal bete ich es eine Zeit gar nicht. Wann immer ich es bete, ist es ein besonderes Gebet. Ich kann es nicht leicht dahinsagen. Es kommt immer wieder schwer über die Lippen, und doch mit Freude. Manchmal fühle ich, Gott erhört dieses Gebet, und nicht immer bin ich sicher, ob ich darüber glücklich sein soll. Und dennoch - ich bete es immer wieder. Es ist ein Gebet, das ich nicht anderen empfehle, bzw. noch nie empfohlen habe, denn das kann nur jeder aus eigenem Antrieb beten ...
Es ist das Gebet, das der Heilige Ignatius von Loyola in seinen "Geistlichen Übungen" als Gebet der Hingabe vorstellt:
Nimm hin, o Herr, meine ganze Freiheit.
Nimm an mein Gedächtnis, meinen Verstand, meinen ganzen Willen.
Was ich habe und besitze, hast Du mir geschenkt.
Ich gebe es Dir wieder ganz zurück und überlasse alles Dir,
dass Du es lenkst nach Deinem Willen.
Nur Deine Liebe schenke mir mit Deiner Gnade,
dann bin ich reich genug und suche nichts weiter.
Bzw. auf Latein:
Suscipe, Domine, universam meam libertatem.
Accipe memoriam, intellectum atque voluntatem omnem.
Quidquid habeo vel possideo, mihi largitus es:
id tibi totum restituo,
ac tuae prorsus voluntati trado gubernandum.
Amorem tui solum cum gratia tua mihi dones,
et dives sum satis,
nec aliud quidquam ultra posco.
(Ignatius von Loyola)
um
13:12
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Dienstag, 24. März 2009
Klammerst Du noch oder vertraust Du schon?
Kanzelschwalbe schreibt über das Vertrauen - nicht nur beim Reiten. Als ich ihren Text las, wie sie sich immer festhalten musste, weil das Vertrauen in das galoppierende Pferd nicht da war, musste ich an eine Geschichte von meiner Tante denken.
Als meine Tante klein war und gerade laufen lernte, wollte sie immer an der Hand gehalten werden. Und das auch dann noch, als sie eigentlich schon sehr sicher laufen konnte. Ließ man sie los, fiel sie sofort hin. Und dementsprechend hat sie dann auch immer geweint, denn hinfallen tut schließlich weh. Sie klammerte sich mit aller Kraft an die Hand ihres Vaters. Mein Großvater war ein ziemlich hochgewachsener Mann, und so musste er immer etwas zur Seite gebeugt laufen, weil seine Arme nicht so weit herunterreichten, dass das kleine Mädchen seine Hand sonst hätte erreichen können. Das war für ihn natürlich auf Dauer sehr anstrengend, denn wer kann schon immer so schief laufen? Zumal Opa eine Kriegsverletzung hatte, die ihm das Gehen auch so schon schwer genug machte. Also nahm er schließlich einen Bindfaden, hielt das eine Ende fest und gab das andere seiner kleinen Tochter, meiner Tante. Und siehe da, auch am Bindfaden konnte sie hervorragend laufen.
Eines Tages jedoch ließ mein Großvater auch den Faden los. Ob mit Absicht oder versehentlich, das weiß ich nicht. Meine Tante jedenfalls bekam es gar nicht mit. Sie hielt ihr Fadenende in der Hand und lief und lief. Irgendwann merkte sie, dass ihr Vater ein ganzes Stück von ihr entfernt war und dass sie schon einige Meter ohne ihn zurückgelegt hatte. Nun war ihr klar, dass sie auch ohne ihn laufen konnte - und es funktionierte von da an ganz hervorragend. Nun brauchte sie auch keinen Faden mehr und lief fortan alleine.
Manchmal ist es im Leben so, dass man das Vertrauen zu dem hat, der uns hält - und sich aus diesem Vertrauen heraus dann selbst gar nichts mehr zutraut. Bei Gott dürfen wir uns sicher sein, dass er uns erst dann loslässt, wenn wir allein laufen können. Wir dürfen ihm zutrauen, dass Er weiß, was wir vermögen und was nicht. Aber dennoch klammere auch ich mich oft voller Angst an einen Bindfaden ...
um
13:53
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Sonntag, 14. September 2008
Kreuzerhöhung
Das Patronatsfest von Heilig Kreuz. Kreuzerhöhung. Was bedeutet es noch, außer Tanzabend und Kulturhighlight und Kartoffelsalat und Soljanka?
Wenn man das Kreuz hochhält, können es alle sehen. Das Kreuz, an dem sie unseren Herrn aufgehängt haben. Er hat daran so viel gelitten. Wenn ich in den letzten Monaten krank war, hab ich auch manchmal ziemlich gelitten. Es ging mir so richtig schlecht. Ich hatte keine Kraft mehr, habe nur noch geschlafen und konnte über Monate mein Studium gar nicht weiterverfolgen. Und die Wohnung nicht in Ordnung halten. Und meine Freundschaften nicht pflegen. Behördengänge nicht erledigen, nicht einkaufen, nicht am Lehrstuhl arbeiten. Jedenfalls in den ganz schlimmen Zeiten. Nicht beten, manchmal. Keine Kraft. Müdigkeit.
Geholfen hat mir der Blick auf Jesus, der auch gelitten hat. Der starke Schmerzen hatte. Und was ist daraus geworden? Wir kennen auch die Triumphkreuze, an denen Christus als Priester oder König dargestellt ist, oft reich verziert. Dann herrscht Er vom Kreuz aus. Das Kreuz ist Zugang zu unserer Erlösung. Wenn ich das Gefühl hatte, dass meine Krankheit nicht ernst genommen wurde (und das Gefühl wurde mir öfter gegeben), dann hab ich manchmal das Kreuz in meinem Zimmer gesehen und mich erinnert, dass Jesus am Kreuz verspottet wurde. Für uns. Und das, wo es Ihm doch so schon so schlecht ging, wo Er solche Schmerzen hatte. Und dann dachte ich mir: Vielleicht ist auch mein Leiden, meine Krankheit, mein Nicht-ernst-genommen-Werden so etwas wie das Kreuz. Vielleicht wird auch daraus einmal etwas wie eine kleine Erlösung. Ich weiß nicht wie, ich kann es mir nicht vorstellen, aber so wie Er durchgehalten hat, so versuchte auch ich durchzuhalten, solange es geht. Damals konnte sich auch keiner die Auferstehung so richtig vorstellen.
Ich bin jetzt deutlich auf dem Weg der Besserung. Und ich nehme mir vor, so oft es geht das Kreuz hochzuhalten, damit ich es besser sehe und damit die anderen es besser sehen. Damit wir alle Kraft schöpfen daraus. Ein Grund zum Feiern ist es dann, zum Tanzen und Essen und für ein Gitarrenkonzert. Natürlich gerade in unserer Gemeinde Heilig Kreuz, aber nicht weniger anderswo.
um
13:01
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Montag, 25. August 2008
Reisesegen

Wie immer, wenn ich in Urlaub fahre, hab ich mir gestern den Reisesegen spenden lassen. Dann bin ich sicher, dass Jesus persönlich Seine Hand über mich hält.
Bis in einer Woche dann! Und macht keinen Unfug.
um
20:40
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Montag, 18. August 2008
doch noch ein Kommentar zum WJT Down Under
Ich hab eben - und aus welchem Grunde auch immer wirklich erst eben - den WJT-Bericht des Zehlendorfer Kaplans entdeckt. Da kam ich dann doch noch ein bisschen ins WJT-Fieber (von dem anderen Fieber hab ich eh genug zurzeit), vor allem durch das im Hintergrund auf Dauerschleife laufende WJT-Lied "Receive the Power". Auch aus dem Bericht klang diese unvergleichliche Stimmung heraus, die ich aus Köln kenne und in Madrid wieder erleben will. So richtig wehmütig konnte ich aber gar nicht werden, dass ich nicht dort war. Eher bin ich jetzt dankbar, dass es ziemlich von Anfang an klar war; damals dachte ich, dass ich zu dieser Zeit gerade im Examen stecken würde; das hat sich ja jetzt noch verschoben. Aber wenn ich die ganze Zeit gespart und mich vorgefreut hätte und dann aufgrund der Krankheit nicht hätte mitfahren können - was wäre ich dann traurig gewesen! Und das, obwohl ich im Moment das Gefühl habe, dass eben das meine aktuelle Aufgabe ist: Krank zu sein, mit dieser Krankheit zurechtzukommen und an ihr zu wachsen. Da wäre für mehr WJT, als ich über die TV-Übertragung der Abschlussmesse und übers Internet auch so mitbekommen habe, gar kein Raum mehr gewesen. Und Madrid wird ja kommen, und ich habe begründete Hoffnung, dann wieder dabei sein zu können.
um
15:18
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una sancta
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Sonntag, 16. März 2008
Was lange währt, wird endlich gut ...

Lange hat's gedauert. Vor nunmehr zwei Jahren bekam ich von unserem damaligen Kaplan (dem doxadei seinem Vorgänger) diese Kerze geschenkt, die Ihr links seht. Er meinte, sie passe zu mir. Was einem solchen Geschenk von Seiten eines Seelsorgers alles an Gesprächen vorausgehen muss, mag sich jeder in seiner Phantasie selbst ausmalen - jedenfalls konnte ich schon damals nicht leugnen, dass er Recht hatte. Ich mag die Aussage dieser Kerze sehr. Der Ausspruch könnte tatsächlich von mir kleiner lahmer Schildkröte sein. Schließlich denke ich so oft, dass ER jetzt irgendwas von mir ganz dringend will und dass ich es jetzt ganz schnell "leisten" muss. Dass ich irgendwo den Absprung verpasst habe und nun etwas aufzuholen ist. Dass ich vor allem die Langsamste und Begriffsstutzigste auf der ganzen Welt bin. Jetzt, nach zwei Jahren, bin ich dann so weit, dass ich eingesehen habe, dass ich es meistens selbst bin, die sich den Druck macht. Dass ER die Geduld schon lange hat, die mir noch fehlt. Dass ich ganz einfach in meinem Tempo voranschreiten darf. Das heißt noch nicht, dass ich das jetzt nicht mehr tue, aber ich habe insoweit mich selbst ein wenig erkannt. Und Selbsterkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Ich werd noch lange brauchen auf diesem Weg, aber ... Geduld, ich komme schon. Um das zu feiern, hab ich diese Kerze gestern zum ersten Mal angezündet.
um
13:03
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Freitag, 8. Februar 2008
Vierzig Tage
Das Erzbistum Berlin startet in diesem Jahr eine Gebetsaktion um geistliche Berufungen. Sie soll als flächenübergreifendes "ewiges Gebet" ausgestaltet sein, das heißt, über die vierzig Tage vom Guten-Hirten-Sonntag (13. April) bis Fronleichnam (22. Mai) wird immer, Tag und Nacht, irgendwo (nicht nur) im Erzbistum jemand um geistliche Berufungen beten. Die Aktion wird 941 Stunden dauern.
Mitmachen können alle Gemeinden und Gemeinschaften, denen die geistlichen Berufungen am Herzen liegen. Man kann Stunden, Tage oder Nächte "übernehmen". Es gibt auf der Homepage einen Kalender, in den man sich eintragen kann und soll, um die Zeiten zu koordinieren. Es haben sich bereits Gemeinden, Gemeinschaften und ein Internetforum (welches wohl?) angemeldet.
Getragen wird die Aktion vom Päpstlichen Werk für geistliche Berufe, von der Diözesanstelle Berufe der Kirche und vom Theologenreferat (alles Erzbistum Berlin).
Mach doch auch mit!
http://www.vierzigtage.de/
um
21:24
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Fasten - wie denn das?
Unübersehbar für Kirchgänger: Die Fastenzeit hat begonnen. Aschenkreuz am Mittwoch, nur noch violette Gewänder, kein Halleluja mehr. Hier in meinem ostdeutschen Umfeld ist es für mich eine Herausforderung besonderer Art. Einerseits soll man das Fasten nicht zur Schau tragen, wie wir es ja am Aschermittwoch gehört haben. OK, ich mach kein durchgehend trübsinniges Gesicht, das würde meinem Naturell widersprechen, und ich kleide mich auch nicht in Jutesäcke. Andererseits fände ich es auch merkwürdig, mein Fasten zwanghaft zu verstecken, denn das würde jegliches Nahrungsfasten unmöglich machen (jedenfalls für den Studenten, der in die Mensa geht) und auch eine Möglichkeit zum Zeugnisgeben verhindern, das diese Umgebung aber dringend braucht. Ich halte es so, dass ich mir zB in der Mensa täglich das vegetarische Gericht hole (oder, falls mir das so gar nicht zusagt, ein Fleischgericht "ohne Fleisch"). Das fällt weder mir schwer noch den anderen auf, denn ich esse sowieso sehr häufig fleischlos. Was interessanter ist: Ich lasse mir extra eine kleinere Portion geben, denn in dieser Zeit esse ich nur, bis ich satt bin, und nicht darüber hinaus. Da wird dann schon mal gefragt. Auf diese Fragen antworte ich kurz und sachlich, und wenn nochmal nachgefragt wird, erzähle ich auch mehr.
Anderes Thema: Feiern und Alkohol. Natürlich mache ich nicht durchgehend ein trübsinniges Gesicht, das widerspräche meinem Naturell. Und wenn meine beste oder zweitbeste Freundin Geburtstag hat oder ein Kollege seinen Ausstand gibt, gehe ich da hin, auch wenn Fastenzeit ist. Aber der Alkohol bleibt weg in diesen Tagen. Auch das erkläre ich - wenn denn gefragt wird.
Und? Bin ich damit jemand, der wirklich fastet? Das allein genügt nicht, denn so wär mein Fasten schließlich nicht mehr als "FdH". Die innere Umkehr ist entscheidend. Da liegt das größere Problem. Lasse ich mir von den äußeren Gegebenheiten und den tatsächlichen Opfern (weniger und einfacheres Essen, Verzicht auf Genussmittel, dafür mehr Obst und Gemüse sowie mehr Flüssigkeit) tatsächlich zu einem Fasten verhelfen, wie der HERR es liebt?
In der ersten Lesung von heute hören wir es:
"Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt? Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen." (Jes 58,5-7)
Also kommt es viel mehr als auf alles, was ich bezogen auf meine Person "leiste", auf das an, was ich an meinem Nächsten tue. Wenn ich einfach nur auf Essen und auf dies und jenes verzichte, mir dabei möglichst noch selbst eine Art von Gewalt antue (ständiger Hunger, den ganzen Tag nur mit dem Kampf beschäftigt sein, jetzt bloß nicht zur Schokolade zu greifen und zu keiner Arbeit mehr fähig sein), dann handelt es sich tatsächlich nur um eine Diät. Und dann würde ich genau das weiter tun, was im Zitat aus dem Buch Jesaja angeprangert wird: Nur um mich selbst kreisen und Gott und den Nächsten vergessen. Die Botschaft ist eindeutig: Es ist wichtiger, für die anderen da zu sein. Auch das allein wäre nach meinem Verständnis ein hinreichendes Fastenopfer: Da sein für die anderen. Beispiele, wie das gehen kann, sind ja im Schriftwort genügend gegeben.
Warum faste ich dann trotzdem Nahrung? Ist das ganz und gar überflüssig? Nein. Ich glaube nicht. Wenn ich in meinem Leben auf das Überflüssige verzichte, kann das zwei gute Auswirkungen haben: Zum ersten habe ich tatsächlich mehr Geld über, das ich den Bedürftigen geben kann. Klare Rechnung nach Adam Riese: Geld kann man nur einmal ausgeben. Und für mich als Studentin ist es tatsächlich so, dass ich mich entscheiden muss, denn beides kann ich mir nicht leisten. Das zweite ist aber: Durch das Abstehen vom Überflüssigen habe ich auf einmal mehr Zeit. Wenn ich mit Essen schon fertig bin, kann ich mich intensiver dem Gespräch widmen, die Sorgen und Fragen meiner Mitmenschen wahrnehmen, mich darauf konzentrieren, was der andere braucht. Der Blick weitet sich. Ich schaue nicht mehr auf mich selbst, sondern auf meine Umwelt und bin endlich mal richtig für sie da.
Noch deutlicher wird das in einem ganz persönlichen Beispiel von mir. Ich lade jeden ein, einmal darüber nachzudenken, ob es in seinem Leben nicht Entsprechungen gibt. Ich telefoniere viel mit Freunden, Flatrates sei Dank. Nun habe ich diese dumme Angewohnheit, dabei ein banales Spiel zu spielen. Wir kennen die ja alle, Minesweeper oder Solitär, die laufen fast von selbst. Eigentlich. Aber dennoch ist es so: Einen Teil meiner Aufmerksamkeit widme ich dem Spiel. Ich bin nie (oder selten) ganz, komplett, vollständig bei dem, was mir gerade erzählt wird. Das kann im Extremfall so weit führen, dass ich meinem Gesprächspartner gar nicht mehr zuhöre. Für die Fastenzeit habe ich mir diese Spiele verboten. Nicht nur beim Telefonieren, sondern ganz und gar. Auf diese Weise will ich Zeit und Aufmerksamkeit gewinnen, die ich dann anderen widmen kann. Und dieses Opfer, das fällt mir persönlich am schwersten. Aber ich versuche es, denn ich bin überzeugt, dass es für mich der Ansatz ist für das Fasten, wie der HERR es liebt. Und so hoffe ich auf Seine darauf folgende Verheißung:
"Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. " (Jes 58,8-9)
um
10:34
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Mittwoch, 16. Januar 2008
Wenn ich krank bin ...
Wenn ich krank bin, weiß ich nicht, was mit mir los ist.
Ich weiß nur, dass mein Kummer riesengroß ist.
Wenn ich krank bin, mag ich nicht mal richtig essen
und hoff nur, dass meine Freunde mich nicht vergessen.
(Rolf Zuckowski)
Der Refrain dieses Liedes aus meiner Kindheit begleitete mich heute durch den Tag. Kaum etwas fällt mir so schwer, wie Krankheiten anzunehmen und sie als die notwendigen Pausen zu sehen, die der Körper sich holt. Den ganzen Tag wälzte ich mich von einer Seite auf die andere, wanderte vom Bett an den Computer, wenn es mir zu langweilig war, und vom Computer zurück ins Bett, wenn ich merkte, dass das Fieber wieder stieg und ich müde wurde. Schlafen ging gar nicht, und ich dachte so oft daran, wie viele Sachen ich hinterher nachzuholen haben werde. Lernen, Arbeit ... Und an die schönen Sachen, die ich verpasse. Studentengemeinde gestern, Breslaufahrt-Nachtreffen heute, PGR morgen. Aber mit teils mäßigem, teils hohem Fieber ist selbst mir klar, dass diese Dinge für mich ausfallen müssen. Auch, wenn ich das nicht mag und mich da oft sehr stur stelle.
Seelsorgerische Hinweise wie "Nimm die Krankheit an, verbinde dich in deinem Leiden mit Christus" - ich weiß nicht, vielleicht liegt es an mir, aber ich kann damit zumindest jetzt wenig anfangen. So weit weg scheint mir das Kreuz, und mir ist klar, dass ich im Verleich damit eigentlich gar nix erleide. Dennoch jammere ich und wehre mich, während ER nicht geklagt und nicht gekämpft hat. So erreicht mich als Botschaft letzten Endes doch wieder nur meine eigene Unfähigkeit und Schwäche. Und das ist dann neben Husten und Schnupfen und dem Punchingball, der immer wieder gegen meine Schädelinnenwände dröhnt, nicht tröstlich, sondern deprimierend.
um
22:42
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Donnerstag, 27. Dezember 2007
geht auf allen Wegen mit uns
Da bin ich wieder. Jetzt hab ich ja einige Tage nichts geschrieben, meinen Lesern auch im Gegensatz zu den meisten anderen Blogözesanen kein gesegnetes Weihnachtsfest gewünscht und mich auch nicht vorher abgemeldet. Letzteres lag daran, dass ich einfach vorher nicht ahnte, dass mich die Muse so ganz und gar nicht küssen würde. Vielleicht war es ein wenig die Adventshetze im Konzentrat, die ich nicht vertrug. Bis zum 19. hatte ich ja fast alles ausgeblendet, was mit Weihnachtsvorbereitung (ob konsumorientiert oder spirituell) zusammenhing, denn Vorbereitung gab es für mich einzig und allein auf meine Prüfung. Nachdem ich die dann überstanden und den Schock über den Ausgang verwunden hatte, blieben mir noch genau vier Tage. Die aber brachten auch nicht wirklich Stille und Besinnlichkeit. Weihnachtskarten wollten geschrieben, die Wohnung aufgeräumt, die Reisetasche gepackt werden. Dann am Sonnabend den Zug genommen hinauf zu meinen Eltern, die großen Geschwister unter den Arm geklemmt, zum Fotografen gerauscht (Papa hatte auf seinen imaginären Wunschzettel "ein Foto von den Kindern" geschrieben), am Sonntag Geburtstag gefeiert und zum Adventskonzert gefahren, bei dem mein Bruder im Chor mitsang, am Heiligabend vormittags nochmal zum Fotografen, um die am wenigsten schlimmen Bilder auszusuchen und abzuholen. Nett sind einige von den Fotos diesmal schon geworden. Eins hab ich mir auch nochmal nachbestellt. So viel Trubel in den letzten vier Tagen, in denen für mich endlich Advent war. Und als Weihnachten dann viel zu zeitig da war, hatte ich Probleme das Kind zu finden. In mir.
Weitergeholfen hat mir überraschend das eine alte Lied, das tausendmal umgedichtet worden ist von kleinen Rotzlöffeln und vom Werbefernsehen, das irgendwie ausgelutscht ist und dass ich dieses Jahr nicht einmal gehört habe. Weder in der Familie noch in den Geschäften mit ihrem unendlichen Weihnachtsgedudel.
Alle Jahre wieder
kommt das Christuskind
auf die Erde nieder,
wo wir Menschen sind.
Weihnachten - und damit das Christkind, Jesus, der Retter, der Heiland, der Erlöser - kommt jedes Jahr. Unabhängig davon, ob wir uns bereitet haben oder nicht. Unabhängig davon, ob wir uns bereit fühlen.
Kehrt mit seinem Segen
ein in jedes Haus,
geht auf allen Wegen
mit uns ein und aus.
Egal, wo wir wohnen und mit wem wir feiern: Er kommt mit Seinem Segen zu uns. Und wohin wir auch gehen, wie unser Leben sich auch wandelt, und auch auf Abwegen ist Er bei uns.
Ist auch mir zur Seite
still und unerkannt,
dass es treu mich leite
an der lieben Hand.
Er ist auch bei mir, auch wenn ich es nicht merke. An meiner Seite, Er hält meine Hand. Ich erkenne es nur nicht. Wie so oft in letzter Zeit. Aber Er führt mich totzdem behutsam den Weg - meinen Weg.
um
10:57
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Sonntag, 23. Dezember 2007
Komm, du Heiland aller Welt
Der Adventshymnus „Komm, du Heiland aller Welt“ wurde von Ambrosius von Mailand im vierten Jahrhundert unter dem Titel „Veni redemptor gentium“ geschrieben. Die Übertragung, die wir unter Nummer 108 im Gotteslob finden, klingt für uns sehr altertümlich. Da ist von „kundmachen“ die Rede und von „obsiegen“ – Wörter, die in unserem allgemeinen Sprachgebrauch keine Rolle mehr spielen. Es erstaunt mich fast ein wenig, dass die Übertragung erst 1971 erfolgte. Aber mir gefällt der Stil. Kaum ein Lied haben wir in diesem Advent in unserer Gemeinde so oft gesungen wie dieses, und dennoch ist es mir nicht über. Ich kann es den ganzen Tag vor mich hin singen, wenn keiner zuhört. Die mir leicht fremde Sprache, die ich nicht sofort und ohne Nachdenken erfassen kann, passt zu dem Lied, das Ehrfurcht und Staunen ausdrückt. Staunen darüber, dass Gott, der ja groß ist, allmächtig, der unseres Lobes nicht bedarf, sich für uns so klein macht und ein Mensch wird wie wir, die wir klein sind. Da mag ich manchmal mit offenem Mund stehen bleiben und mich einfach nur wundern: Warum tut Er das? Die Antwort kennen wir: Weil Er uns, weil Er mich unendlich liebt und uns, mich, erlösen will. Da nimmt Er es dann auch auf Sich, Mensch zu werden.
Und wenn Gott Mensch wird, das beschreiben die zweite und die dritte Strophe, dann tut Er das nicht auf gewöhnliche Weise. Im Prinzip sammelt das Lied Schriftworte: Die Zeugung durch den Geist, das Fleischwerden des Wortes, der Vergleich zur Sonne aus dem 19. Psalm, die Einheit von Gott und Mensch. Die vielschichtige Thematik wird auf wenige Zeilen verdichtet aufgeführt; konzentriert wird uns das ganze Wunder dargestellt, was dazu führt, dass es noch unfassbarer erscheint, als es sowieso schon ist.
Und am Ende spitzt sich das Lied zu. Die vierte Strophe, die traditionell erst ab dem 17. Dezember gesungen wird, gibt einen Ausblick auf den Glanz der Krippe. Ein Glanz, ein Leuchten, das jede Nacht durchdringt und von keinem Dunkel, so stark es auch sein mag, mehr besiegt werden kann. Für mich ist es immer etwas ganz besonderes, diese Strophe endlich singen zu dürfen. Denn wenn ich den Glanz der Krippe erahnen kann, dann dauert es nicht mehr lange. Dann muss ich nicht mehr warten. Dann ist es bald soweit: Dann kommt mein Erlöser in die Welt. Gott wird Mensch. Und ich, ich stehe und staune.
Dieser Text von mir füllte das heutige Türchen des katholon-Adventskalenders.
um
20:47
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Samstag, 8. Dezember 2007
Bettler steh'n vor meiner Türe ...
Manchmal ist es nicht so einfach. Ich erlebte gerade mal wieder so eine Situation, da wusste ich hinterher nicht, ob ich richtig gehandelt habe und was ich hätte besser machen sollen: Ich komme von der Messe, wegen des Hochfestes in Sonntagskleidung; in meiner Handtasche ist nichts weiter als mein Gotteslob, mein Handy und mein Schlüsselbund. Vor unserem Wohnheim am Müllkäfig steht ein Mann in einer alten Jacke mit einem klapprigen Fahrrad, die Haare zerzaust, schlechte Zähne. Er winkt mich heran, und beim Näherkommen frage ich mich, wann er wohl das letzte Mal gebadet hat. Er spricht mich an, aber so undeutlich, dass ich nicht einmal erkenne, ob es Deutsch ist oder nicht. Was er will, weiß ich schon: In unseren Müllcontainern finden sich häufig Pfandflaschen - ob nun Einweg- oder Mehrwegpfand, Glas- oder Plastikflaschen. Viele Studenten in unserem Wohnheim scheinen entweder das Pfandsystem nicht zu durchschauen (was man gerade den Gaststudenten aus fernen Ländern nicht verübeln kann) oder auf die paar Cent keinen Wert zu legen. Und das hat sich herumgesprochen zu den Ärmsten in unserer Stadt, die es reichlich gibt, und auch zu den Nachbarn auf der anderen Seite der Oder. Der Mann möchte, dass ich ihm den Müllkäfig aufschließe, damit er die Container durchsuchen kann. Was mache ich nun? Einerseits ist es ja erniedrigend für diese Menschen, in unserem Abfall zu wühlen. Andererseits ist diesem Mann nicht im geringsten geholfen, wenn ich ihm nicht aufschließe. Rechtlich gesehen gehört der Müll dem abholenden Unternehmen, aber das finde ich ehrlich gesagt ziemlich lächerlich. Geld kann ich dem Mann nicht geben, habe ja keines dabei, und selbst wenn - wahrscheinlich täte ich es nicht. Aus bekannten Gründen. An einem Gespräch zeigt er kein Interesse. Davon wird er schließlich nicht satt, und vielleicht hat er ja Freunde und Familie, woher soll ich es wissen? Ihn in meine Wohnung einladen will ich nun auch nicht gerade ... Ich habe drei Schritte Zeit, mich zu entscheiden. Kann ich ihm etwas Gutes tun, ohne dass er im Müll graben muss? Mir fällt nichts ein. Was würde Jesus tun? Ich weiß es nicht. Am Ende schließe ich ihm den Käfig auf, nicke ihm einmal zu und gehe ins Haus.
Wie hättet Ihr gehandelt?
um
12:02
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mein Leben und ich
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