Montag, 27. August 2007

auch nicht besser

Bei mir funktioniert das offenbar auch nicht besser als bei den Zeugen Jehovas oder verschiedensten Sekten, wenn ich den Weltuntergang voraussage ... Entgegen allen Befürchtungen existiert sie nämlich immer noch. Ich habe also meine Klausur überlebt. Ob ich sie bestanden habe, ist eine andere Frage, über deren Beantwortung ich noch keine Wetten abschließen würde.

Sonntag, 26. August 2007

Darf ich Dir meine Backsteinsammlung zeigen?


Morgen also ist es soweit. Die Klausur, die gefürchtete, wird geschrieben von 9 bis 14 Uhr. Mittlerweile ersehne ich sie aber fast, dann ist es nämlich auch irgendwann vorbei. Jetzt habe ich schon die "zulässigen Hilfsmittel" in meine Reisetasche gepackt (wie gut, dass sie Rollen hat!). Zum Vergleich: Die Flasche fasst 1,5 Liter. Die "Backsteine" werde ich hoffentlich nicht alle brauchen; in Schönfelder- und Sartorius-Ergänzungsband habe ich jeweils erst einmal hineingeschaut, aber nichts wichtiges vorgefunden. Die habe ich mir auch nur ausgeliehen, denn zum staatlichen Teil des Examens werden sie so oder so nicht zugelassen sein. Was also soll ich viel Geld in sie investieren? Aber ich hoffe auch, dass ich den Schönfelder- und den Sartorius-Hauptband gar nicht brauche, und das Landesrecht Brandenburg (auch, wenn ich in diesen Band selbst viel Arbeit hineingesteckt habe) schon gar nicht. Am liebsten wäre mir eine Klausur, für die ich einzig den Sartorius II brauche, also reine Völker- und Europarechtliche Vertragstexte bzw. Sekundärrechtsakte. Es wäre doch schön, wenn entweder Völkervertragsrecht drankäme oder eine schöne Klausur über die Grundfreiheiten mit EG-Prozessrechtseinkleidung. Das kann ich nämlich halbwegs. Was gar nicht geht: Nationales Verwaltungsprozessrecht, Europäisches Wettbewerbsrecht. Das wäre schlecht.

Heute habe ich mir einen echt faulen Tag gemacht. Nachdem ich in die Acht-Uhr-Messe musste (musste deshalb, weil ich mir die Zweite Lesung eingefangen hatte - "Wer seinen Sohn liebt, züchtigt ihn"), habe ich mir mit einer Freundin zusammen ca. ab halb zehn eine Folge J.A.G. nach der anderen angesehen. Immerhin haben wir den Pilotfilm und die sieben ersten Folgen der ersten Staffel geschafft. Dazu hat mich die C. noch mit Baguette, Salat und Tiramisu versorgt, dazu noch mit dem sündteuren Orangensaft von Hohes C und mit Keksen, und sie hätte noch so viel mehr auf Lager gehabt - aber ich wollte mich nicht so vollfuttern am Tag vor der Klausur. Es war ganz doll schön mit ihr, aber dann hatte ich gegen halb sechs auch genug und bin nach Hause gegangen. Meine J.A.G.-DVDs habe ich ihr dagelassen - ich werde in der nächsten Woche eh nicht dazu kommen, denn ich werde nach der Klausur erstmal den Rest der Woche auf Achse sein. Freue mich schon drauf.

Und jetzt bereite ich den Rest vor für morgen. Und hoffe, dass dann alles gut läuft. Komm, Heiliger Geist ...

Mittwoch, 22. August 2007

Die Bitte um Weisheit

Weish 9,1-5.9-11

Gott der Väter und Herr des Erbarmens, du hast das All durch dein Wort gemacht. Den Menschen hast du durch deine Weisheit geschaffen, damit er über deine Geschöpfe herrscht. Er soll die Welt in Heiligkeit und Gerechtigkeit leiten und Gericht halten in rechter Gesinnung.
So soll es sein: Der Mensch als Krone der Schöpfung - als Ausfluss der göttlichen Weisheit. Wir sind, so glauben wir, die hervorgehobene unter den Arten, mehr als nur Tiere. Und dennoch sind wir IHM nicht einmal annähernd vergleichbar.

Gib mir die Weisheit, die an deiner Seite thront, und verstoß mich nicht aus der Schar deiner Kinder!
Ich habe nichts von dem, was ich an Geisteskräften habe - "mein Gedächtnis, meinen Verstand, meinen ganzen Willen" [Ignatius] - mir selbst zu verdanken oder einem Menschen. Alles kommt aus Seiner Gnade. Und wenn ich dies auch weiterhin behalten darf, dann liegt es nicht an mir oder an einem Menschen, sondern an IHM. Die Bitte, nicht verstoßen zu werden, kommt daher für mein Empfinden nicht aus dem Nichts. Sie ist sehr berechtigt.

Ich bin ja dein Knecht, der Sohn deiner Magd, ein schwacher Mensch, dessen Leben nur kurz ist, und gering ist meine Einsicht in Recht und Gesetz.
Diesen Vers bete ich gerne. Er ist so wahr.

Mit dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt und die zugegen war, als du die Welt erschufst. Sie weiß, was dir gefällt und was recht ist nach deinen Geboten. Sende sie vom heiligen Himmel und schick sie vom Thron deiner Herrlichkeit, damit sie bei mir sei und alle Mühe mit mir teile und damit ich erkenne, was dir gefällt.
Das könnte ich im Moment echt brauchen. Weisheit, die die Mühe mit mir teilt zum einen - das wäre dem Lernen (Es sind noch vier Tage und fünf Nächte bis zum Weltuntergang.) sicher zuträglich. Und Erkenntnis dessen, was IHM gefällt - das ist mir im Moment eher schleierhaft. So viele Zweifel, so viele Unsicherheiten. Und keine Kraft, dem nachzugehen.

Denn sie weiß und versteht alles; sie wird mich in meinem Tun besonnen leiten und mich in ihrem Lichtglanz schützen.
Amen. Und gute Nacht.

Montag, 20. August 2007

Oops! I did it again ...

Und ich tu's doch wieder. Ja, unkt nur herum; ich weiß, dass ich das Gegenteil angekündigt hatte. Keinen Finger wollte ich mehr krumm machen. Und nun das: Demnächst werde ich mich zusammen mit unserem neuen Kaplan und mindestens einer weiteren Studentin (der C.) zusammen hinsetzen, um das neue Semesterprogramm zu entwerfen für die Studentengemeinde, die offiziell keine ist. Was sollte ich denn auch machen? Die beiden da alleine sitzen lassen? Geht ja nicht ... Aber ich werde versuchen, mich weitestgehend zurückzuhalten. Ideen hab ich eh nicht mehr, die sind alle ins letzte Programm geflossen. Ich werde gönnerhaft in die kleine Runde blicken und durch körperliche Anwesenheit glänzen. Und alle halbe Stunde sag ich mal einen Satz. Falls ich gerade Lust habe. Und das ganze Semester durch tu ich gar nichts. Niente. Nada. Nic. Mache keinen Finger krumm. Aber diesmal wirklich.

(Ob das wohl klappt?)

Ceterum censeo: Noch 6 Tage 7 Nächte bis zum Weltuntergang. Von wegen "weder Tag noch Stunde".

Donnerstag, 16. August 2007

was sich in meinem Kopf abspielt

Noch elf Tage bis zur Examensklausur im Schwerpunktbereich. Panik! Ich hab viiiiel zu wenig gelernt, ich weiß gar nichts! In den Schutzbereich der Arbeitnehmerfreizügigkeit nach Art. 39 EG fällt unter bestimmten Voraussetzungen auch die Tätigkeit von privaten Arbeitsvermittlern, obwohl diese weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer sind. Der Körper beginnt, sich auf einen anderen Ernährungsplan umzustellen und sagt mir: Ich will Schokolade! Ich will Kaffee mit viel Zucker! Ich will richtig fettige Sauce auf die Nudeln! Na gut, wenn er das so will - durch elf Tage Junkfood werde ich schon nicht fettleibig werden - viel mehr stört mich, dass er das mitten in der Nacht will, wenn ich eigentlich schlafen sollte, und dass ich dann dafür mittags keinen Appetit habe. Das macht die Prüfungszeit. Der Begriff der Beihilfe wird vom EuGH definiert als staatliche Maßnahmen, die in verschiedener Form die Belastungen vermindern, die ein Unternehmen normalerweise zu tragen hat. Ich bin wohl die einzige der Prüflinge, die 11 Tage vor der Klausur einfach mal sagt: Heute lerne ich nicht, ich brauche ne Pause. Aber ohne Pause überleb ich nunmal keine 11 Tage. Die implied-powers-Lehre besagt, dass aus den vertraglich festgeschriebenen Aufgaben und Zwecken einer IGO weitere Rechte hergeleitet werden, die zur Erfüllung der Aufgaben unabweislich erforderlich sind. Mannometer, was die S. alles weiß! Wenn die noch der Meinung ist, sie würde durch die Klausur durchfallen - was soll dann ich bitte sagen? Waaaah! Aktiv Parteifähig im Verfahren der Nichtigkeitsklage nach Art. 230 II EG sind die Mitgliedstaaten, die Kommission, der Rat und das Europäische Parlament als privilegierte Kläger, der Rechnungshof und die EZB als teilprivilegierte Kläger sowie natürliche und juristische Personen als nichtprivilegierte Kläger, was sich auf die Erfordernisse der Klagebefugnis auswirkt. Oh, lieber Gott, bitte bleib bei mir - ich weiß nicht, ob ich das überhaupt schaffen kann. Verlass mich nicht. Heiliger Laurentius, bitte für mich! Im Falle eines internationalen bewaffneten Konflikts wird der völkerrechtliche Vertrag nur dann beendet oder suspendiert, wenn die Aufrechterhaltung des Friedens nach Sinn und Zweck des Vertrages für seine Anwendung unerlässlich ist oder wenn sich ein dahingehender Parteiwille feststellen lässt. Lernplan für die verbleibenden Tage: Morgen und übermorgen Völkerrecht Fälle und Wiederholung, Sonntag frei, Montag bis Freitag Europarecht wiederholen, Sonnabend Völker- und Europarecht, Sonntag frei, Montag Klausur. Eine Übung im Sinne des Art. 38 I b) IGH-Statut kann in jeder nach außen gerichteten Handlung und Erklärung der zur Exekutive gehörenden Staatsorgane liegen, die zur Wahrnehmung der internationalen Beziehungen berufen sind, sowie in Gesetzen und Gerichtsentscheidungen, die einen völkerrechtlichen Bezug aufweisen. Hm, irgendwie kann ich mich eh nicht vom Stoff ablenken, freier Tag hin oder her. So, jetzt geh ich zur Kaffeepause. Mit viel Zucker.

Dienstag, 14. August 2007

Centum

Dies ist der einhundertste Artikel in dieser Blog. An dieser Stelle ist es wohl üblich, einen kleinen Rückblick zu halten. Jedenfalls hab ich das schon mehrmals so gesehen. Und dann will ich das mal auch tun.

Als der erste Artikel am 22.11.2006 erschien, hatte ich noch keine Leser. Es bedurfte jedoch nur eines einzigen winzigkleinen Links auf meinem Profil in einem gewissen katholischen Webforum, und schon verlinkten einige katholische Blogger auf mich. Meinen ersten Kommentar bekam ich am 27.11. Es war einer von vielen freundlichen Willkommensgrüßen aus der Blogözese. So ging das dann fort und auf und ab. Zunächst schrieb ich meist nur ein, zweimal in der Woche. Dann wurde es häufiger. Mittlerweile beginnt es, sich bei einem zwei-Tages-Rhythmus einzupendeln. Außer, wenn ich nicht da bin. Dann schreib ich auch nicht. Die Themen wechseln von privaten Erlebnissen in Kirche und Uni über Gedanken zu Bibeltexten bis hin zu irgendwelchen mehr oder weniger dubiosen Tests und Fragebögen. Über Jura, mein Studienfach, schreibe ich hingegen nur selten, das mag ich nämlich nicht so gern. Und mit einer gewissen Genugtuung darf ich anmerken, dass von den ersten 100 Artikeln nur vernachlässigenswerte 6% rekursiven Inhalts sind, also das Label "übers Bloggen" tragen. Das ist nicht wirklich viel, wenn man sich mal so umschaut.
Was wäre meine Blog ohne Leser? Damit ich besser einschätzen kann, wann sich wie viele Leute für welches Thema interessierten, habe ich am 20. Mai eine Statistik begonnen - bei einem kostenlosen Betreiber. Seit diesem Tag wurde die Blog 2.805 Male geladen. Meine eigenen Aufrufe werden dabei wohlgemerkt nicht mitgezählt! Davon fanden 1.007 Ladevorgänge in den letzten 30 Tagen statt. Pro Tag sind das seit Beginn der Aufzeichnungen im Durchschnitt 32 Ladevorgänge von 23 verschiedenen Besuchern (in den letzten sieben Tagen hingegen durchschnittlich 42 Aufrufe von 31 Personen). Davon werden aber wohl diejenigen Leser nicht erfasst, die einen Reader benutzen. Die Dunkelziffer liegt demnach ungeahnt höher!
Und was mach ich nun mit diesem Wissen? Ich stelle erfreut fest, dass sich meine Blog in den letzten neun Monaten besser entwickelt hat, als ich das erwartet habe. Dank und Lobpreis hierfür an den Ewigen, der mich sogar ins WWW begleitet. Heute wurde ich sogar eingeladen, mich bei den Relevanten Blogs zu bewerben. Aber darüber muss ich nochmal ne Nacht schlafen. Dann würde ja jeder mitlesen in dem exklusiven Internetlogbuch eines verrückten kleinen Pinguins ... Ich steh' aber doch eigentlich mehr auf Qualität ... Und die besten Leser, die habe ich schon jetzt: Euch! Ohne Euch hätte ich die Blog sicher nie auf 100 Artikel gebracht. Deshalb danke und herzliche Einladung, auch in Zukunft immer wieder reinzuschauen! Es wird noch spannend!