Ich bin geneigt, über das Leben zu philosophieren. Die letzten Tage waren für mich wunderschön; eine Perspektive für die Zukunft beginnt sich zu manifestieren, alles scheint gut zu werden. Und jetzt bin ich wieder an meinem Ort, wo ich erst noch "was erledigen muss", nämlich das Ding, das zwischen dem Glück und mir noch steht: das leidige Examen. Und auf einmal wird mir klar: Nicht alles im Leben geht so glatt wie diese letzten Tage, manche Dinge gehen sehr, sehr schief. Also, ich mein jetzt nicht einmal das Examen, sondern das ganze Drumherum. Menschliche Beziehungen, in denen ich gemeint hatte, bestimmte Dinge geklärt zu wissen, zerbrechen, weil die Dinge wohl doch nicht so klar waren. Meine Kräfte sind begrenzt, aber auch meine Lust, jetzt nochmal über Wochen in dieser Stadt zu sitzen und wieder zu pauken, pauken, pauken. Ich hab schon wieder ne dicke Erkältung. Wo ich betete "HERR, lass diesen Kelch an mir vorübergehen", da hält er sich ganz lange bei mir auf. Und dann muss ich dran denken, ich habe am Silvesterabend mit den anderen gesungen: "... dann nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus Deiner guten und geliebten Hand." Da muss ich jetzt also durch. Und im Grunde sollte ich auch noch dankbar sein für alles, was jetzt nicht ganz so läuft. Müsste ich, wenn ich das ehrlich gemeint hätte. (Das ist auch der Grund, warum ich dieses Lied von Dietrich Bonnhoeffer nicht so begeistert vor mich hinträllern kann, weil ich in ihm viel, viel Ernst sehe und dass dieses Vertrauen, von dem es spricht, bei mir noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist.) Das Leben ist eben kein Optativ.
So, genug philosophiert, jetzt geht's an die Arbeit.
Freitag, 8. Januar 2010
Das Leben ist kein Optativ.
um
10:43
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seltsame Gedanken eines Pinguins
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Dienstag, 5. Januar 2010
Soll ich vertrau'n?
Zwischen dem Glück und mir
steht nur noch ein einziges Ding.
Und ich frage mich, HERR,
soll ich vertrau'n, dass Du auch dies noch hinwegnimmst?
Einen Vorboten des Glücks
habe ich hier schon erhalten.
Und ich wüsste so gern, HERR,
soll ich vertrau'n, dass es auch später so bleibt?
Alles Glück willst Du mir schenken,
so hat es zumindest den Anschein.
Und ich wunder mich, HERR,
soll ich vertrau'n, dass Du an mir Dich verschwendest?
Du bist mein Glück, GOTT,
das hab ich jetzt erfahren.
Und ich weiß jetzt, oh HERR,
ich will vertrau'n und auch Deins sein.
Sei mir gnädig, oh GOTT, sei mir gnädig.
(Detmold, am 4.1.2010)
um
10:17
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Gebet,
seltsame Gedanken eines Pinguins
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Donnerstag, 24. Dezember 2009
Samstag, 19. Dezember 2009
Wunschzettel
Jedes Jahr im September fängt meine Mutter langsam an, sich über die Weihnachtsgeschenke Gedanken zu machen. Und sie kommt immer, die Frage: Was wünschst Du Dir denn?
Eigentlich müsste sie mittlerweile wissen, dass sie meinen Wunsch nicht kaufen kann, denn ich nenne seit Jahren den gleichen: Weltfrieden. Ja, das wär mal was. Und wäre es nur für einen Tag, dass wirklich Friede herrsche - unbezahlbar!
Aber natürlich habe ich auch Wünsche für mich selbst: Dass ich das Examen bestehe, so richtig mit Anstand und Würde, und dass ich danach an dem Ort, an den es mich verschlägt, "richtig" bin.
Bekommen werd ich wahrscheinlich dann doch ein paar Bücher und einige andere Dinge, die dann kaum in meinen Koffer passen werden. Auch nicht schlecht, aber das mit dem Weltfrieden hätte auch den Vorteil, dass ich den nicht schleppen müsste.
Und was wünscht Ihr Euch, was man mit Geld nicht kaufen kann?
um
19:14
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Kirchenjahr,
mein Leben und ich
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Donnerstag, 17. Dezember 2009
Herrenstrumpfhosen
Ein Rabattanpreisungsschild, heute gesehen beim Stöbern in einem namhaften Schnäppchen-Center unserer Stadt:
Ja nee, is klar.
um
19:16
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mein Leben und ich
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Montag, 14. Dezember 2009
vor den lauten Gedanken verstecken
Ich hatte geschrieben, dass ich Euch an den Früchten meiner Exerzitien teilhaben lassen will. Und dennoch schicke ich etwas vorweg, was nicht Ergebnis meiner eigenen Betrachtung ist, sondern den Gedanken eines anderen entspricht. Es ist ein Auszug aus dem Buch "Proslogion" des heiligen Bischofs Anselm von Canterbury, der in Alexanderdorf als Lesung in der zweiten Nokturn vom 2. Adventssonntag gelesen wurde. Mir schien es, als gehöre dieser Text einfach unabdingbar an den Anfang von Exerzitien (auch wenn ich schon mittendrin war, als ich ihn hörte). Es schien mir beinahe unmöglich, dass jemand einen solchen Text schreiben konnte, ohne mich zu kennen - es war die perfekte Verbalisierung meines Empfindens.
Auf, du kleiner Mensch, flieh ein wenig deine Geschäftigkeit und verstecke dich eine kleine Weile vor deinen lauten Gedanken! Wirf die Sorgen ab, die auf dir lasten und lass deine Zerstreuungen. Gönne dir Zeit für Gott, komm bei ihm zur Ruhe! Geh in das Kämmerlein deines Herzens; schließ alles aus außer Gott und dem, was dir hilft, ihn zu suchen! Schließ die Tür zu, und suche ihn! Sprich zu Gott: Ich suche dein Angesicht.
Mein Herr und mein Gott, lehre du mein Herz, wo und wie es dich suchen; wo und wie es dich finden kann. Herr, wenn du nicht hier bist, wo so soll ich dich, den Abwesenden, finden! Wenn du aber überall bist, warum sehe ich dich nicht, da du doch anwesend bist? Gewiss, du wohnst in unzugänglichem Licht. Wo ist dies, oder wie soll ich Zugang zu ihm finden? Oder wer wird mich führen und hingeleiten, dass ich dich darin erblicke? Und welche Zeichen helfen mir, dich zu suchen? Was für ein Angesicht hast du?
Herr, du bist mein Gott, und du bist mein Herr; und ich habe dich niemals gesehen. Du hast mich geschaffen und mir alles Gite geschenkt. Doch immer noch kenne ich dich nicht.
Lehre mich, dich zu suchen, und zeige dich dem Suchenden; denn ich vermag dich nicht zu suchen, wenn du mich nicht lehrst. Ich kann dich nicht finden, wenn du dich nicht zeigst. Ich möchte dich suchen in Sehnsucht, nach dir verlangen im Suchen. Ich will dich finden im Lieben und dich lieben im Finden.
um
13:32
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una sancta,
weise Worte
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Mittwoch, 9. Dezember 2009
Übungen
So, ich meld mich auch mal wieder. War einige Zeit etwas lustlos, was das Schreiben angeht. Und letzte Woche war ich auch nicht da. Gestern bin ich zurückgekommen aus Alexanderdorf, war dort zu Exerzitien. Schließlich ist es mal langsam an der Zeit, das Leben nach dem Examen in den Blick zu nehmen, von dem ich gerüchtehalber gehört habe, dass es existieren soll. (Komisch, am Leben nach dem Tod zweifle ich irgendwie weniger.) In einer ganzen Reihe von Betrachtungen, Gesprächen und flehentlichen Gebeten ist es mir gelungen, ein wenig den roten Faden wiederzufinden. War ein ganz schöner Kampf, hat sich aber gelohnt. Also, ich kann Euch sagen, es wird sich bald was tun in meinem Leben. Aber da müsst Ihr jetzt noch ein bisschen warten, ehe ich Euch das erzähle. Wenn ich mal Lust habe, kommt Ihr aber vielleicht in den Genuss der einen oder anderen Frucht meiner Betrachtungen. Und ich muss sagen, ich bin froh, gestern früh noch in Alexanderdorf gewesen zu sein. Einmal wegen des wundervollen Chorgebetes, wie es das nur bei Benediktinern geben kann, aber vor allem auch, weil es in unserer Pfarrei gestern, zum Hochfest, keine Messe gab. Wahrscheinlich, weil der Pfarrer dienstags seinen freien Tag hat, und der ist ihm heilig.
um
10:34
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